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30.03.2019 - Bayerische Meisterschaft: „Alte Hasen“ und „Youngsters“ auf der Bayerischen Meisterschaft

2019 BM WaldkraiburgWaldkraiburg. Ein Paukenschlag ging dem Wochenende der Bayerischen Meisterschaft der Jugend, Junioren, U21, Leistungs- und Masterklasse am 23. und 24 Februar 2019 voraus. Viele Athleten und Funktionäre blickten mit Motivation in die Zukunft. Karate war für Tokyo 2020 in den elitären Kreis der olympischen Sportarten aufgenommen worden, auch für Paris 2024 wurde die Werbetrommel kräftig gerührt.

Am Donnerstag vor den bayerischen Qualifikationswettkämpfen für die Deutsche Meisterschaft folgte jedoch plötzliche Ernüchterung. Karate ist in Paris nicht dabei, Tokyo ist sowohl Premiere als auch Dernière. „Die Enttäuschung ist riesengroß“, erklärte auch Wettkampfleiter Walter Sosniok im Rahmen der Bayerischen Meisterschaft. Ein Verbleib im olympischen Programm hätte Werbung für Karate als Leistungssport bedeutet – ein Boost, den die Sparte gut gebrauchen könnte.

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„Gerade im Jugendbereich war die Beteiligung dieses Jahr schwach“, bestätigte auch Leistungssportreferent und Kumite-Landestrainer Gerhard Weitmann. Und das, obwohl für den Nachwuchs viel getan wurde – mit starken Ergebnissen. „An so einem Tag wie der der Bayerischen Meisterschaft sehen wir, dass sich die Förderung unserer Kaderathleten gelohnt hat“, erklärte in diesem Zusammenhang Kata-Landestrainer Mohammed AbuWahib. Immerhin – im Jugend– und U21- Bereich ging jeder Kaderathlet mit einer Medaille nach Hause.

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Wer aber nicht nur den Bayerischen Coup landen wollte, sondern auch auf den Deutschen Meisterschaften einen bleibenden Eindruck hinterlassen will, arbeitete mit Mohammend AbuWahib kurz vor den Wettkämpfen nicht nur an der Technik. „Das Punktebewertungssystem ist mental schon anstrengender“, erklärte er am Rande der Wettkampfläche. „Wir haben sehr stark an Präsentation und Fokussierung gearbeitet und die Athleten fast ein bisschen wie Schauspieler behandelt.“ Trat man im Flaggensystem nur gegen einen einzigen Gegner pro Kata an, steht man nun mit einer Vielzahl in Konkurrenz. „Man muss die Menschen, die einen bewerten, Runde für Runde erreichen“, so Mohammed. Drei Testturniere stehen für die bayerischen Medaillenhoffnungen vor der Deutschen Meisterschaft noch an, um diese Performance-Fähigkeiten auszutesten.

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Jugend, Junioren und U21: Auf die „richtigen Pferde“ gesetzt!

Für Furore sorgten am Samstag bei Mädels Allrounderinnen. Jessica Vlai aus Waldkraiburg platzierte sich sowohl in Kata als auch im Kumite ganz oben auf dem Treppchen. Violetta Sobolev holte sich im U21-Katawettbwerb Platz 3, im Kumite -61 Kilogramm ging sogar der Titel an die Straubingerin. Und auch die Mitglieder des bayerischen Projektkaders, der eine besondere Förderung erhält, enttäuschten nicht. Alessandro Engelhard, Lale Knupfer, Lukas Weidtmann und Joel Akin konnten sich alle auf die vordersten Ränge kämpfen.

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Trotz allem Engagement der Starter, ganz verbergen konnte Walter Sosniok seine Enttäuschung im Nachwuchsbereich nicht. Dass die Samstags-Wettkämpfe überaus pünktlich endeten, lag nicht nur an dem erfahrenen Ausrichterteam vom Asia Sports Waldkraiburg, sondern auch am Fernbleiben vieler gemeldeter Starter. 30 Starterkarten warteten vergeblich auf ihren Einsatz. „Das ist schon eine Nummer“, gab Sosniok zu bedenken. Mit Blick auf das internationale Parkett bemängelte er in diesem Zusammenhang vor allem die fehlende Popularität des Leistungssportes in den bayerischen Vereinen. „Wir sind wirklich stark, was den Breitensport betrifft. Aber viele Vereine wissen, dass der Aufwand für den Leistungssport mittlerweile einfach wahnsinnig hoch ist“, gab er zu bedenken. Viele Trainer trauen sich die Förderung von Wettkämpfern erst gar nicht zu – ein Fehler, wie auch Kumitelandestrainer Gerhard Weitmann deutlich macht: „Ein guter Wettkämpfer gewesen zu sein bedeutet noch lange nicht, ein guter Trainer zu sein – und auch umgekehrt.“


Wechselbewegungen an der Leistungsklassen-Spitze

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Wohin ein solch nachhaltiges Engagement führen kann bewiesen am Sonntag die „alten Hasen“ der Leistungsklasse und der Masters. Viele TOP-Athleten, welche sich auch in den letzten Jahren auf Bundesebene oder im Nationalteam durchsetzen konnten, haben mittlerweile ihre Karriere beendet. Junge Nachwuchsathleten, die ihre Erfahrungswerte in der Leistungsklasse noch sammeln, rücken nach. Allerdings gibt es mit Laurenz Berner, Lukas Grimm, Fabienne Dyroff, dem Kata-Team der Herren, Meryem Yildirim, Alexander Schmitt, Pascal Schalch, Abdülkadir Basaran, David Jobst, Florian Cimolino oder Eva Roßner noch einige erfahrene Athleten, die neben dem Nachwuchs für die eine oder andere Überraschung an der Deutschen Meisterschaft in Chemnitz Anfang April sorgen werden.


Masterklasse auf dem Vormarsch

Was am Vortag bei der Jugend „im Unterbau“ an Teilnehmern fehlte, machten die Masters mit großem Engagement wett. Erstmals wurde dort die Kumite-Team-Kategorie aufgenommen, die mit vier Teams bei den Herren und drei Teams bei den Damen sehr positiv belegt wurden. Die konsequente Arbeit von Mastersbeauftragte Gitti Kraußer macht sich nicht nur bemerkbar, sondern schweißt diese Athletengruppe regelrecht zusammen. Neben einer einheitlichen Wettkampfkleidung gibt es über das Jahr verteilt auch Vorbereitungslehrgänge um sich gemeinsam zu Fördern und zu Fordern. Die Folge: Eine große Harmonie unter den Startern, die sich mit viel Freude und ohne Druck dem Wettkampfgeschehen widmen.

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Fazit: Druck bleibt dabei am Ende das Zauberwort. „Der Nachwuchs steht zunehmend unter Druck“, resümierte Wettkampfleiter Sosniok. Überbelastungen in den Schulen und die Erwartungshaltung der Gesellschaft, als Heranwachsender in sämtlichen Bereichen zu brillieren, nage an den potenziellen jungen Leistungssportlern. Das dünnt die Reihen am Ende empfindlich aus.

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Bericht: Lisa Schwarzmüller
Bilder: Melanie Feldmeier

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