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18.07.2018 - Bericht über die Ausbildung zum B-Trainer SV und GP

Wo zum Geier liegt denn Pilsach?

Eigentlich sollte jeder dieses Kleinod ländlicher Idylle kennen. Findet doch hier in regelmäßigen Abständen an drei Wochenenden im Jahr die Ausbildung zum B-Trainer Selbstverteidigung und Gewaltprävention des Bayerischen Karatebundes statt. Verantwortlich für dieses Spektakel ist (wie so oft) der Lehrreferent des Bayerischen Karatebundes (BKB), Elmar Griesbauer. Jedoch hat er sich für diesen Kurs Hilfe mit ins Boot geholt und so konnten sich die 22 Teilnehmer auf insgesamt zehn hochkarätige Referenten freuen. Besonderer Dank muss auch an das Ausrichterteam des DJK Pilsach gehen. Ganz nach dem Motto: „Zu Gast bei Freunden!“ versorgten uns Norbert und Josef mit selbstgemachten Kuchen, Kaffee und anderen erfrischenden Getränken. Sie ließen uns aber auch immer wieder ihre eigenen Erfahrungen aus den Bereichen Selbstverteidigung und Gewaltprävention zuteilwerden und erzeugten so eine großartige Lernatmosphäre.

Am 09.Juni pünktlich um 10:00 Uhr eröffnete nach einer kurzen Begrüßung Dr. med. Oliver Schnabel (6. DAN) aus Forchheim die Ausbildung mit einem Vortrag zu medizinischen Gesichtspunkten und der Wirkung von Selbstverteidigungstechniken auf den menschlichen Körper. Nach der Mittagspause erklärte uns das Karateurgestein Alfred Heubeck (7. DAN) kurzerhand die Physik des Karate und zeigte uns in der anschließenden Trainingseinheit angewandte Karatetechnik im Bunkai. Die heile Karatewelt änderte sich für viele mit Tag 2. Der Nahkampfexperte Karl Jesberger (3. DAN) führte uns in das Gebiet des Notwehrrechts ein. Er zeigte einige Abhärtungstechniken und demonstrierte effektive Selbstverteidigungstechniken in Stresssituationen gegen Schwinger oder klassische Ohrfeige. „Wenn mich einer trifft, dann mach ich den weg!“ Ja was soll man da noch sagen? Außer, dass viele nach der Trainingseinheit zweifelten, dass den Jesberger überhaupt einer trifft.

Gruppenbild

Am 2. Ausbildungswochenende zollten wir Ingolf Richter unseren Respekt. Er referierte nicht nur nahezu selbstverständlich über das herrschende Waffenrecht, sondern zeigte uns auch praktische, verletzungsarme Fallschule sowie verschiedene Kontrolltechniken. Als Stresstest und persönliches Highlight vieler Teilnehmer musste jeder eine Minute einem Messerangriff standhalten. Hierzu wurde ein Messer mit roter Farbe präpariert, so dass jeder Treffer einen schönen roten Strich auf den T-Shirts hinterließ. Dies war bei allen eine nachhaltige Erfahrung, nicht nur auf den T-Shirts. Fazit: Alle tot- also eher mausetot!

Am folgenden Sonntag ging Christian Gembe (3. DAN) humorvoll und eloquent auf die verschiedenen Ebenen der Kommunikation ein. Seine Tochter Veronika (1. DAN) zeigte Würfe, Hand- und Armhebeln in technischer Reinform. Polizist Gerhard Himmel (2. DAN) übernahm am Nachmittag und bot durch seine sympathische und ruhige Art einen kurzweiligen und sehr interessanten Theorieblock zum Thema Gewalt, den er mit aktuellen Zahlen aus der Polizeistatistik garnierte. Im Anschluss daran ging es aber noch einmal in die Halle und dort zeigte er kleine Balance- und Kampfesspiele.

Gmbe

Am Prüfungswochenende führte Jürgen Kraus (4. DAN) die Gruppe eindrucks- und schmerzvoll in die Welt des Kyūsho-Jitsu ein. Er zeigte, wie Karatetechniken durch die Anwendung von bestimmten Atemipunkten in Ihrer Wirkung verstärkt werden und wie klar und wirkungsvoll Kyusho sein kann. Tief beeindruckt und fasziniert von dieser unreal wirkenden Welt entließ er uns in die Mittagspause und in die Hände des Psychotherapeuten Bodo Baddack (4. DAN). Hier ging es vornehmlich um das Thema Selbstbehauptung. Spielerisch lernte die Gruppe etwas über die Phasen der Eskalation, die Gefühlsampel und die Anwendung von Rollenspielen in Gewaltschutzkursen. Selbstbewusstsein stärken und auch gegen die eigene Sozialisation ankämpfen fiel vielen schwerer als gedacht. Sich selbst zu überwinden, ist doch eine der größten Herausforderungen.

Am letzten Sonntag rundete Großmeister Jamal Measara (9. DAN) aus Kelheim die lange Liste der Referenten ab. Er teilte bereitwillig sein unglaublich detailliertes Wissen mit uns und referierte über die Wurzeln des Karate. Im Anschluss daran ging es noch einmal in die Halle, um dort die Anwendung der Karatetechniken aus der Kata Naihanchi (Tekki) kennen zu lernen.

Nach Abgabe der schriftlichen Ausarbeitungen stand jetzt nur noch die Abschlussprüfung an. Da diese von allen Teilnehmern bestanden wurde, konnten alle gesund und munter ihr Zertifikat zur B-Lizenz „Gewaltprävention und Selbstverteidigung“ von Elmar in Empfang nehmen.
So wollen wir uns, auch im Namen aller Kursteilnehmer, noch einmal herzlich bei Dir, Elmar, bei all Deinen tollen Referenten und natürlich bei unserem Orgateam bedanken, für die vielen neuen Eindrücke, die Inspiration und Organisation.

Bericht Wolfgang Lang / Christoph Supplieth
Bild: Josef Möges

Fallschule