25.10.2012 - Münchner Kata-Athleten erfolgreich bei Venice Open

Venedig/München – Italien ist international eine renommiertesten und erfolgreichsten Karate-Nationen der WKF. Umso interessanter ist es für Athleten auf den großen internationalen Turnieren der FIJLKAM (WKF-Anerkannter Dachverband der Kampfkünste in Italien) zu starten und dort sich direkt mit den Besten zu messen. Diese Erfahrung machten dieses Jahr auf den Venedig Open auch die Athleten Sophie Katzendobler (Grasbrunn), Sebastian Averdunk (Poing) und Ilja Smorguner (München), die im Dojo „Karatedo Shugokan München“ unter Landestrainer Michael Schölz trainieren und mit ihm auf dieses Turnier nach Caorle/Venzien fuhren.

Das von der FIJLKAM ausgezeichnet und mit akribischer Sorgfalt ausgerichtete Turnier wurde an drei Tagen durchgeführt. Dabei waren am Freitag Abend die Diszplinen „Kata Einzel Shito Ryu“ und „Kata Einzel Shotokan“ angesetzt und am Samstag morgen dann „Kata Einzel“, also nach WKF-Reglement. Das bedeutete für die Athleten eine enorme Belastung, da die Erholungsphase zwischen den Wettbewerben sehr kurz war – spät aus der Halle raus und wieder früh rein – eine echte Herausforderung. Aber alle drei Athleten waren bestens eingestellt und konnten am ersten Tag schon zeigen, dass sich die Fahrt schon gelohnt hatte.

Sebastian Averdunk trat in der Disziplin „Kata Einzel Shotokan“ an und konnte in den Runden gute Kata präsentieren. Jedoch fiel hier seine Unerfahrenheit im internationalen Wettkampf ins Gewicht und verlor in der Vorrunde mit Kanku Sho gegen einen starken Italiener. Da sich dieser ins Finale vorkämpfen konnte, blieb Sebastian der Kampf um Platz drei in der Trostrunde – den er mit einer sehr guten Kata Goju Shiho Sho gewann.

Sophie Katzendobler, die in der Stilrichtung Shito Ryu antrat, hatte leider nicht so viel Glück. In der Trostrunde musste Sie sich gegen eine Athletin aus England geschlagen gegeben, erreichte damit aber dennoch einen beachtenswerten fünften Platz mit den Kata Annan und Kururunfa.

Ebenfalls in der Stilrichtung durfte sich Ilja Smorguner mit den italienischen Spitzenkämpfern messen. Mit einer auch aus objektiver Haltung fragwürdigen Entscheidung verlor er im Einzug ins Finale gegen einen Italiener. Seine Klasse bewies der junge Münchner dann im Kampf um Platz Drei, den er mit der Kata Chatanyara Kushanku überlegen gewann und damit wie Sebastian die Bronzemedaille errang.

Am nächsten Tag waren die Allstyle-Wettbewerbe am Start – und die Teilnehmerzahlen schossen in die Höhe, sodass sich Sebastian und Sophie schon früh dem Druck beugen und aus dem Wettbewerb verabschieden mussten. Ilja hingegen zeigte eine enorme Belastungsfähigkeit und kämpfte sich auch gegen Favoriten souverän durch, bevor er sich wieder im Einzug um das Halbfinale und wieder in einer diskussionswürdigen Entscheidung einem Italiener knapp geschlagen geben musste. Aber mental optimal eingestellt zeigte er im Kampf um Platz drei wieder eine ausgezeichnete Chat Kus und konnte sich hier seine zweite Bronzemedaille in einem hochklassigen Wettbewerb sichern.

Das Turnier war neben der Herausforderung einer hochklassigen Besetzung auch ein sehr lehrreicher Event für die Athleten und Betreuer und Trainer Michael Schölz – die neuen Erfahrungen und Beobachtungen werden analysiert und fließen in die Trainingsplanung mit ein. Zudem war es sehr hilfreich, aus dem manchmal bequemen Kokon der deutschen Turniere herauszutreten und auch „zwischendurch“ sich international zu präsentieren – dies holt einen oft schnell auf den Boden der Tatsachen zurück und eine objektive Bewertung der Leistungen wird einfacher, wenn auch manchmal unbequem. Was aber nur helfen kann.

Bericht: Michael Schölz

Fotos: Vera Grof