08.03.2015 - Bericht, Bilder & Ergebnisse der BM 2015 in Pfarrkirchen

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Pfarrkirchen. Nach Hauzenberg war der Bezirk Niederbayern mit der Karate-Abteilung des TUS Pfarrkirchen erneut Gastgeber der diesjährigen Bayerischen Meisterschaft für Jugend, Junioren, Leistungs- und Masterklasse. „Es ist uns allen ein großes Anliegen, das Ihr Euch hier bei uns in Pfarrkirchen wohlfühlt“, so Vereinsleiter Sepp Neuberger.

Er und sein 60-köpfiges Ausrichterteam sorgten an diesem Wochenende für eine perfekte Basis, so dass Walter Sosniok zusammen mit seiner Wettkampfkommission (Manuela Sosniok und Thomas Koppitz) die bislang zweitgrößte Bayerische Meisterschaft problemlos stemmen konnte. Insgesamt reisten 79 Vereine mit 461 Teilnehmer/innen in das Niederbayerische Pfarrkirchen, um sich ein Ticket für die diesjährigen Deutschen Meisterschaften zu erkämpfen. Bürgermeister Wolfgang Beißmann und Sportreferent Horst Lackner lobten ihren ortsansässigen Karateverein und zeigten sich beeindruckt von diesem Event. Besonders stolz war der Pfarrkirchner Bürgermeister das unser BKB / DKV Präsident Wolfgang Weigert persönlich vor Ort anreiste, um sowohl den starken Nachwuchs, die bayerischen Aushängeschilder der Leistungsklasse und unsere „alten“ Cracks der Masters zu beglückwünschen. Franz Ippisch eröffnete als Kampfrichterreferent die Bayerische Meisterschaft. Ihm stand noch sein Vertreter Gunnar Anton zur Seite, die z.B. die Bewertungen, Prüfungen oder Finaleinsätze der anwesenden Kampfrichter besprachen und durchführten. Auch war DKV Kampfrichter-Chef Roland Lowinger anwesend, welcher selbst auch noch auf der Matte einige Male schiedste.

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Ehrungen

Wolfgang Weigert und Wolfgang Seidel ehrten zum Finalabend drei verdiente Sportler/innen, die ihre aktive Wettkampf-Karriere beendeten. Mit „Ladys First“ war Maria Weiß die erste im Bunde. „Ihre sportlichen Erfolge im Einzelnen zu nennen, würde hier den Rahmen sprengen, jedoch ist Sie unsere erste und einzige Weltmeisterin (Japan 2008 im Team) im BKB“, so Wolfgang Weigert. Maria wird man zwar nicht mehr aktiv auf der Matte sehen, allerdings wurde Ihr neues Dojo durch einen DKV Präsidiumsbeschluss zum ersten bayerischen Bundesleistungsstützpunkt ernannt. So können nicht nur ihre eigenen Talente gefördert, sondern auch bundesweite Kadermaßnahmen in Hersbruck ausgerichtet werden. Für ihre bisher geleisteten Erfolge erhielt Maria die Ehrennadel in Silber mit Gold.

BM Sammlung159„Mit Momo Abu Wahib und seinem Verein Unsu Mömlingen haben wir einen tollen Fang gemacht“, lobte Weigert das Engagement des Unterfranken. Nach einem Ortswechsel von Hessen nach Bayern startete er vier Jahre für den BKB im Kata Einzel und wurde unter anderem 2010 Deutscher Meister der Leistungsklasse. Mittlerweile hat er seine aktive Laufbahn beendet und brachte mit Fabienne Dyroff oder Nawapon Pattanasakoo einige Talente nach Bayern; weitere folgen bereits im Nachwuchs. Mittlerweile wurde er zum Bezirksvorsitzenden von Unterfranken gewählt und bleibt so dem BKB auch im Funktionärswesen erhalten.

Last but not least verlieren wir mit Patrick Plodzinski ebenfalls einen sympathischen Sportler, welcher aber noch in seinem Verein Budokan Schweinfurt als Wettkampftrainer seine Erfahrungen weitergibt. Beide Athleten erhielten vom BKB die silberne Ehrennadel. Als kleine Überraschung übergaben die drei Sportler/in einen Präsentkorb an die Kader-Verantwortlichen Franz Fenk, Gerhard Weitmann, Wolfgang Seidel und zeigten so ihre Wertschätzung an deren unermüdliche Arbeit.

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Danach wurde KD Kempten als erfolgreichstes bayerisches Dojo des Jahres 2014 in der DKV-Rankingliste ausgezeichent. Sigi Drexel nahm stellvertretend diese Ehrung mit einem Scheck im Wert von 1000 Euro entgegen.

Es wurden aber nicht nur sportliche Verdienste honoriert, sondern auch eine jahrzehntelange Arbeit für BKB und somit auch für das Karate in Deutschland. So war es Wolfgang Weigert ein Anliegen, Charly Pfänder für seine Zeit als erfolgreicher Wettkämpfer in den siebziger und achtziger Jahren – als Bundes- und Landesjugendreferent und über 30 Jahre Dojoleiter die höchste BKB Auszeichnung der Ehrennadel in Gold zu übergeben. Tosender Applaus ging durch die Halle, als der Pfarrkirchner Vereinsleiter Sepp Neuberger die Ausrichterurkunde von Wolfgang mit einem großen Dank an allen Helfer/innen überreicht bekam.

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Jugend & Junioren (Bericht: JAN WEIKMANN)

Los ging es am Samstag mit den Wettbewerben der Jugend und Junioren.

IMG 3185Die Vorkämpfe der Jugend und Junioren begannen mit den Kata-Team Wettbewerben. Da es bei den Jungs nur zwei Mannschaften gab, vielen diese aus. Im abendlichen Finale konnte sich dann Poing gegen Moosburg durchsetzen. Bei den Mädels gab es bedeutend mehr Konkurrenz. Schließlich qualifizierten sich Höhenkirchen und Augsburg für das Finale, das Höhenkirchen für sich entscheiden konnte. Platz drei teilten sich Straubing und Mömlingen.

Im Anschluss folgten die Kata-Einzel Disziplinen. In der Kategorie Jugend männlich gewann Sajjad Islam von der DJK Aschaffenburg vor Kilian Festl vom KD Poing. Loris Weinreich von der SpVgg Höhenkirchen und Ibrahim Bahir-Amar vom TV 1860 Aschaffenburg erreichten Platz drei. In der Jugend weiblich konnte Sarah Hehl aus Durach-Weidach ihrer Favoritenrolle gerecht werden: Sie besiegte im Finale Anna-Lena Worel aus Höhenkirchen. Den Bronzerang erreichten außerdem Agathe Mandy vom Shugokan München und Juanita Klimm aus Kempten.

Bei den Juniorinnen konnte sich ebenfalls eine Höhenkirchener Athletin ins Finale kämpfen. Dort unterlag Judith Marx jedoch Violetta Sobolev aus Straubing. Über den dritten Platz freuten sich Fehima Hürriyetoglu und Nicole Bock. Im letzten Jahr noch Sieger in der Jugend, konnte Kevin Schinköthe dieses Jahr auch den Bayerischen Meistertitel bei den Junioren sichern. Er besiegte im Finale Loka Lovic. Bronze erhielten Sven Meschke und Tom Magnus.

Mit ein wenig zeitlicher Verzögerung konnten am frühen Nachmittag die Kumite Wettkämpfe beginnen. In der Kategorie Jugend -57 kg kamen beide Finalkontrahenten aus dem selben Verein. Thomas Billinger setzte sich hier gegen seinen Trainingspartner Daniel Schwarz aus Landshut durch. Ebenfalls den Sprung auf das Podest schafften Leonhard Averdunk aus Poing und Özen-Kaan Aytis aus Memmingen. Seine zweite Goldmedaille an diesem Tag verpasste Sajjad Islam nur knapp. In der Disziplin -45 kg der Jugend unterlag er im Finale Lirant Suka aus Augsburg. Moritz Mittelstedt, ebenfalls Augsburg, und Joshua Grimm, Münchberg, belegten Rang drei.

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Spannende Kämpfe gab es auch bei den jungen Damen. In der Klasse -47 kg errang Selina Gröschl aus Mömlingen den Meistertitel. Zweite wurde Lale Knupfer aus Vohburg. Die beiden dritten Plätze gingen an Lara Konrath aus Bessenbach und Juanita Klimm aus Kempten. In der Disziplin +54 kg konnte sich Stefanie Peteratzinger mit dem Titel belohnen. Silber ging an Milena Kandlbinder, Platz drei an Anna Kramel und Annika Schober.

Bei den Juniorinnen gab es in der Gewichtsklasse -48 kg gar nur zwei Teilnehmerinnen: Andrea Diepold aus Vohburg konnte diese Begegnung gegen Annalena Ruppert aus Hersbruck für sich entscheiden. Ihrem ersten Platz im Kata-Einzel ließ Violetta Sobolev aus Straubing einen dritten Platz in der Kategorie +59 kg folgen. Diesen teilte sie sich mit Nurcan Sapkaya aus Hersbruck. Im Finale stand eine andere Straubingerin: Martina Reil musste sich allerdings Natalie Hans aus Waldkraiburg geschlagen geben.

Bei den Junioren männlich -68 kg fand eine Wiederholung des Finales der letzten Bayerischen Meisterschaften statt. Auch in diesem Jahr konnte sich Emre Cakir gegenüber Maxim Borger behaupten. Das Podium komplettierten Sven Taubald und Julien Akgün. In der Disziplin +76 kg siegte der Deutsche Meister: Maximilian Wild aus Hersbruck besiegte im letzten Kampf Johannes Pelzeder aus Hauzenberg. Stefan Arz aus Waldkraiburg und Josef Eck aus Trennfurt erkämpften sich Platz drei.

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In den Kumite-Team Wettkämpfen der Jugend weiblich setzte sich im Finale Waldkraiburg gegenüber Hersbruck durch. Die dritten Plätze fielen in Ermangelung weiterer Teams leider aus. Bei den Jungs gewann das Team aus Unterfranken vor dem Team der Bayerischen Karate Jugend. Bronze sicherten sich Straubing und Hersbruck.
Eine Altersstufe höher eroberte Straubing Platz eins, vor Mömmlingen, sowie dem BKJ Team und Hersbruck. Bei den jungen Herren triumphierte Traunreut, vor Traunreut, und auf dem dritten Platz: Ebenfalls Traunreut und der Shogun Memmingen.



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Leistungsklasse

Nachwuchs platziert sich in der Leistungsklasse

Nachdem die Wettkampfkommission durch ein neu angepasstes Kampfrichter-Regelwerk etwas in Zeitverzug geriet, wurde das Finale nicht wie geplant auf einer, sondern parallel auf zwei Matten ausgetragen.


KATA Einzel


Unser Vizeweltmeister Ilja Smorguner war an diesem Wochenende durch den EM-Vorbereitungslehrgang in Frankfurt verhindert, so dass das Rennen um den ersten Platz heiß umkämpft war, bei dem sich auch einige Aufsteiger aus der Jugend, wie z.B. Lukas Grimm, in der Leistungsklasse etablieren konnten. Wie in den vergangenen Jahren gab es insgesamt auch dieses Mal eine schöne Mischung der verschiedensten Stilrichtungen. Bei den Herren konnten sich letztendlich der amtierende Vize-Meister Laurenz Berner vom Dojo Durach-Weidach und der erfahrene Philip Takano aus Höhenkirchen für das Finale qualifizieren. Philip der in den letzten Jahren bereits mehrmals im Finale stand, scheiterte auch dieses Jahr denkbar knapp mit 3:2 an Laurenz Berner, welcher sich zum ersten Mal den KataTitel in der Leistungsklasse erringen konnte. Die Bronzemedaillen holten sich die beiden Youngsters Julian Thierolf (Unsu Mömlingen) und Daniel Junger (Shugokan München).

Bei den Damen war der Kampf um den Einzug ins Finale ebenfalls ein wahrer Krimi. Auf dem Podest standen letztendlich die gleichen 4 Mädels vom Vorjahr, jedoch in einer völlig anderen Konstellation. Diesmal machten Lisa Kirchner und Susanne Beinvogl ein reines „Erdinger Endspiel“ untereinander aus, wobei hier auch knapp mit 3:2 Lisa die Nase vorne hatte. Die Bronzemedaillen gingen an Martina Resch und Fabienne Dyroff.

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KATA Team

Wie bereits im letzten Jahr, wurde bei den Teams auf eine Bunkai-Demonstration verzichtet. Diesmal konnte man auch einen leichten Anstieg an Meldungen verzeichnen. Nachdem Marina Albers, die Dritte im Bunde des Erdinger Kata Teams, ein Auslandssemester in Chile verbringt, musste man zur Überbrückung eine Lösung finden. Gefunden wurde diese in Fabienne Dyroff, die sich sehr gut in die Mannschaft integrierte. Somit war es ein leichtes auch in diesem Jahr, zum vierten Mal in Folge, sich mit einem 5:0 den Bayerischen Titel zu holen, jedoch nun mit der KG Erding Mömlingen. Auch die Jungs aus Kempten sicherten sich im Finale mit einem klaren 5:0 die Fahrkarte zur Deutschen Meisterschaft.

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BM Sammlung106KUMITE Einzel

Jan WeikmannAls wohl beeindruckenster Kämpfer präsentierte sich an diesem Tag Wladimir Terengin vom 1. CKKS Traunreut. Der ehemalige deutsche Juniorenmeister war bereits im Nationalkader und startete dort bei WM und EM. An diesem Wochenende musste er sich zum ersten Mal in der Leistungsklasse beweisen. Der sympathische Nachwuchsathlet ging mit spektakulären Fußtechniken und einer großen Dominanz auf die Matte, so dass er ohne Probleme im Finale gegen den bereits erfahrenen Johannes Krefting aus Neuburg stand. Dort musste Wladimir anfangs einen Rückstand von 3:5 gegen den ebenfalls agilen Johannes akzeptieren. Allerdings gab er sich nicht geschlagen, sondern holte im Laufe des Kampfes mit schnellen Beintechniken auf einem sensationellen Endstand von 10:5 Punkten auf. Eine eindrucksvolle Vorstellung in der Leistungsklasse.

Ebenfalls ein „alter“ Newcomer war Alexander Schmitt aus Untermerzbach. Der nun 22-jährige Athlet musste 3 Jahre wegen einer Hüftoperation komplett vom Wettkampfsport aussetzen und feierte im letzten Jahr sein Comeback mit dem Vize-Titel in der Leistungsklasse. In diesem Jahr stand er genauso im Finale, diesmal gegen den hochmotivierten Joachim Füssinger aus Kempten. Beide Athleten präsentierten eine spannende Begegnung die lange mit einem 1:1 bzw. 2:2 sehr ausgeglichen war. Durch einige perfekt platzierte Fußtechniken konnte sich Alexander einen Vorsprung von 7:2 erarbeiten und sich letztendlich den Meistertitel abholen.

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BM Sammlung176Bei den Leichtgewichten der Damen und Herren gab es leider nur jeweils zwei Starter, so dass Eva Rossner (KC Münchberg) und Lisa Hirtler (TSV Milbertshofen) in der Klasse Kumite -50kg und auch Nooragha Quraishi (KD München) mit Alexander Drechsel (KD Naila) Kumite -60kg sich direkt fürs Finale vorbereiten konnten. Bei den Damen ging die Entscheidung mit 7:0 Punkten klar an Eva Rossner. Bei den Herren setzte sich Nooragha mit einem überzeugenden 6:0 durch.

Auch eindeutig setzte sich Laura Simmel vom KD Straubing (Kumite -55kg) mit 6:0 gegen Leftrerye Özecelik aus Füssen-Schwangau durch und hat somit ihren Vorjahressieg erfolgreich verteidigt. Jaqueline Böhm vom KD Untermerzbach und Vanja Milic vom KD Kempten präsentierten in der Gewichtsklasse -61 kg den Zuschauern mit einem Endstand von 1:1 ein ausgeglichenes Duell, das durch Kampfrichterentscheid mit knappen 3:2 Stimmen an die Untermerzbacherin ging. Bei Lisa Schmid (1. KD Kempten) ging die Begegnung unspektakulär mit einem klaren 2:0 gegen Manuela Grgic (Asia Waldkraiburg) zu Ende. Anders bei der Vorjahressiegerin Lena Malsch vom KD Kempten gegen Claudia Leffler aus Hersbruck. Beide kämpften intensiv bei einem Stand von 1:1 und die Entscheidung der Kampfrichter durch Hantei stand unmittelbar bevor, als es in der letzten Sekunde Claudia schaffte einen Tsuki zu platzieren und sich so ihren ersten Bayerischen Meistertitel.

Bei den Herren -75kg bestritten Hans Hawe (TSV Trostberg) und David Jobst (CKKS Traunreut) das Finale, welches Hans mit einem Endstand von 6:2 Punkten für sich entscheiden konnte.

Bei den „schweren“ Jungs +84kg vermisste man Heinrich Leistenschneider, welcher ebenfalls am EM-Vorbereitungslehrgang bei der Nationalmannschaft anwesend sein musste. Mit Florian Hien aus Straubing fand man einen altbekannten Athleten, der vor über 10 Jahren auch sehr erfolgreich auf nationaler Ebene agierte, im abendlichen Finale. Ihm gegenüber trat Serdar Selova vom Unsu Mömlingen an. Nachdem sich Florian in der Masterklasse davor am Fuß verletzt hatte und nicht mehr antreten konnte, ging der Sieg automatisch an den Unterfränkischen Athleten.

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BM Sammlung92KUMITE Team

Wie immer waren die Kumite-Teams das Highlight des Tages. Bei den Damen setzten sich die Mädels vom Asia Waldkraiburg und vom KD Kempten durch, welche sich einen erbitterten Kampf um Gold lieferten. Bereits die erste Begegnung verlor Lisa Schmid aus Kempten gegen Lisa Zellhuber, die zweite Runde konnte Kempten gegen Manuela Grgic aus Waldkraiburg mit 4:2 ausgleichen. Nun mussten die Dritten im Bunde versuchen ihr Team zum Erfolg zu führen. Die Enttäuschung über den verpatzten Einzelauftritt von Lena Malsch sah man ihr nicht mehr an. Gekonnt holte sie für ihre Kemptner Mannschaft gegen Marina Hinkofer einem 5:0 Sieg und damit den ersten Platz am Treppchen.

Bei den Jungs stand wie zu erwarten die starke Konstellation der KG Südbayern auf der Matte. Ihnen gegenüber standen wie auch im Vorjahr die Athleten des CKKS Traunreut. Wer meinte, dass die BKB Herren gegen der Traunreuter Vereinsmannschaft ein leichtes Spiel hatten – irrte.

Gleich zu Beginn fand Joachim Füssinger gegen Ramazan Kara kein wirkliches Rezept und unterlag mit 4:2 Punkten. Der Kemptner Nico Drexel glich in seinem Kampf gegen David Jobst vorzeitig mit 8:0 aus, somit stand alles wieder offen. Hans Hawe musste sich gegen dem Newcomer Wladimir Terengin mit klaren 5:0 beugen. Johannes Krefting holte das Team KG Südbayern mit einem 4:0 Sieg gegen Pascal Schalch wieder ins Rennen.

Die Entscheidung machten nun Florian Cimolino von der KG Südbayern und Patrik Schalch aus Traunreut unter sich aus. Gleich zu Beginn startete Florian mit einem Mawashi-Geri und ging damit 3:0 in Führung. Patrik fand gegen den agilen Straubinger auch kein rechtes Konzept und verlor letztendlich seine Begegnung mit 5:0. Zwar hat die KG Südbayern nun zum vierten Mal in Folge den Mannschaftstitel für sich erringen können, allerdings haben die Jungs aus Traunreut gut dagegen gehalten und ernteten dafür einen anerkennenden Applaus.

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Masterklasse


Die Masterklasse wird schon jeher traditionell am gleichen Tag zu der Leistungsklasse ausgetragen. Wo die Anmeldungen bei den jungen Sportlern leicht im Rückgang sind, boomen dafür die Teilnehmer bei den Masters. Einige Athleten wie Philip Takano, Florian Hien oder Roland Aschenbrenner sah man auch in beiden Altersklassen auf der Matte. Gerade für den Chamer Roland Aschenbrenner ist der Start in der Leistungsklasse mit seinen nun 51 Jahren sehr ungewöhnlich. Er begann Karate 1983 und trainiert 2-3 Mal in der Woche bei Horst Donhauser. Auf meine Frage, warum er überhaupt im Wettkampfkarate so engagiert ist, erwiderte er, dass er einfach Spaß am Wettbewerb habe. Seit 8 Jahren startet er von der Bezirksmeisterschaft bis teilweise zu den Deutschen Meisterschaften und hat auf bayerischer Ebene bereits 3mal Gold gewonnen. Er nimmt diese Möglichkeiten sich immer wieder selbst zu überwinden, sich anzuspornen und stetig ein wenig zu verbessern. An dieser Meisterschaft setzte sich Roland in der Kata Einzel durch und holte sich erneut Gold.

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Auch Richard Schalch aus Traunreut lässt es sich nicht nehmen, zwischen seinem Einsatz als Kampfrichter bei den Masterklassen kurz den Gi anzuwerfen und gekonnt seine Katas zu präsentieren. Belohnt wurde er diesmal mit der Bronzemedaille. Philip Takano holte sich neben dem Vizetitel der Leistungsklasse, noch die Goldmedaille in der Kata Ü30 ab. Beim Kata-Team Mix gab es im „Finale“ je ein Herren und Damenteam aus Kulmbach. Zwar heißt es immer „Ladys first“ – allerdings setzten sich die Kulmbacher Herren in diesem Fall durch. Tamara Seidel aus Straubing war nach Ihrer Mutterpause wieder auf der Matte und holte sich gleich den ersten Platz im Kata Einzel Ü30. Genauso wie Richard Schalch, ist Jutta Seeberger eigentlich immer in Kampfrichter-Montur anzutreffen. Bei den Masterklassen schlüpft sie jedoch kurz und schmerzlos in den Gi, gewinnt die Goldmedaille und schon ist sie wieder als Kampfrichterin auf der Matte.

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Gelebte Integration gab es mit einem syrischen Asylbewerber der vor ca. 5 Monaten mit weiteren Flüchtlingen aus Syrien, Pakistan und Iran in die Gemeinde Eckental zugewiesen wurde. Die Bürgerinnen und Bürger engagierten sich dort, diese Eingemeindung bestmöglich zu begleiten. Nachdem unter den jungen Syrern auch zwei Karatekas dabei waren, trat man an den örtlichen Karateverein, um diesen Menschen eine sportliche Heimat zu bieten, was natürlich gerne vom Verein Eckental unterstützt wurde. Es zeigte sich im Laufe der Zeit, dass der Karateka Manar Baghadi ein Kumitekämpfer, syrischer Meister und Träger des 2. DANs ist. Nachdem die Leistungsklasse vom Bezirk über die Landesmeisterschaft bis hin zur Deutschen qualifizierend ist, ermöglichte man es ihm, zumindest in der Masterklasse Ü30 aufzutreten. Er war voller Stolz, zeigte an dieser Meisterschaft eindrucksvoll sein Können. Schlussendlich stand er mit großer Freude und einer Goldmedaille auf dem Siegerpodest.

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Fazit:


Die Meisterschaft lief sehr harmonisch, unkompliziert und entspannt ab. Das lag auch ein Stück weit am Ausrichterteam, welches im Hintergrund alles im Griff hatte. Sehr praktisch war auch die zusätzliche Aufwärmhalle, welche ebenfalls ein großes Athletenaufkommen direkt an den Kampfflächen verhinderte. Das Ärzteteam um Dr. Roland Pfister mit Dr. Konrad Büchner und Dr. Stefan Krüger hatten zum Glück wenige Einsätze an dieser Meisterschaft. „Es ist soweit ruhig, teilweise sind aber eher Überdehnungen durch Feger und Würfe passiert“, so Dr. Krüger aus Landshut.

„Ich habe das Glück, den besten Verein der Welt zu haben“, sagte Sepp Neuberger stolz über seine komplette Helfermannschaft. „Mit solchen Veranstaltungen und nachträglichen gemeinsamen Feiern, wächst ein Team zusammen“. Deshalb hat sich der Karateverein in Pfarrkirchen am Samstag für alle Kampfrichter und Offiziellen noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Eine Einladung zu einem gemeinsamen Abend, bei dem man sich in gemütlicher Atmosphäre austauschen und Spaß haben kann. Insgesamt wird dieses Wochenende bei allen wohl mehr als positiv in Erinnerung bleiben. Wir kommen gerne wieder nach Pfarrkirchen. Die nächste Deutsche Meisterschaft der Leistungsklasse findet vom 25.-26. April im bayerischen Aschaffenburg statt. Wir wünschen allen qualifizierten Starter/innen viel Erfolg.

Bericht: Melanie Müller
Bericht Jugend / Junioren: Jan Weikmann
Bilder (außer markierte): Melanie Müller