15.10.2014 - Teilnehmer-Ansturm zum Jubiläums-BKB Tag

BKB-Tag-2014Ingolstadt. Zum diesjährigen BKB Tag konnte man bereits die 10. Auflage des bayerischen Karate-Events feiern. Unter dem Motto „Familientag" reisten über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Hallenkomplex des DJK Ingolstadt an, um gemeinsam zu trainieren, sich auszutauschen, Spaß zu haben, Kontakte zu knüpfen und vieles mehr.

Teilweise standen bis zu drei Generationen in den Reihen, so dass dieser Aufruf „Familientag" wirklich gelebt und erlebt wurde.

Die Trainerriege mit Jamal Measara, Klaus Sterba, Wolfgang Weigert, Karl-Heinz Stief, Franz Fenk, Silvia Schnabel, Oliver Schnabel, Michael Schölz, Alfred Heubeck, Siamak Montazeri, Elmar Griesbauer, Helmut Körber, Gerhard Weitmann, Siegfried Hübner, David Terbeck, Thomas Dannheimer, Werner Bachhuber und Fritz Oblinger versprach wieder ein hochkarätiges und vielfältiges Programm. Einziger Wehrmutstropfen: der angekündigte Gasttrainer Fritz Nöpel musste leider aus gesundheitlichen Gründen absagen. Wir wünschen alle gute Besserung!

Nach der offiziellen Begrüßung aller anwesenden Karatekas und herzliche Danksagung an die Referenten, ehrte BKB Präsident Wolfgang Weigert den Ausrichter Stefan Welz mit der Ehrennadel „Silber mit Gold" für seine jahrelange, zuverlässige Arbeit und Organisation. Er nahm dies stellvertretend für sein Team und dem Verein DJK Ingolstadt an. Auch wurde Jamal Measara nachträglich zu seinem kürzlich 65.-jährigen Geburtstag gratuliert.

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Das anschließende Training begann nicht wie gewohnt direkt aufgeteilt in 6 verschiedenen Hallen. Die Verantwortlichen mit Breitensportreferent Fritz Oblinger und BKB Präsident Wolfgang Weigert ließen sich beim Ablauf diesmal etwas ganz Besonderes einfallen. Zu Beginn wurde von Beiden ein großes, gemeinsames Aufwärm-, Kihon- und Kumite-Training abgehalten. Alleine die Stimmung von 350 trainierenden Karatekas zusammen in einer Halle bot Gänsehautfeeling.

Danach teilten sich die Einheiten in den verschiedenen Themen, die sehr reichhaltig und vielfältig angeboten wurden. Egal ob sich jemand mehr in Kata, Kumite, Kobudo oder Stilrichtungen weiterbilden wollte, Möglichkeiten gab es jedenfalls haufenweise.

In diesem Jahr war es der Wunsch von Jugendreferenten Peter Voit, ein größeres Angebot für Kinder und Jugendliche zu installieren, das sehr positiv angenommen wurde. David Terbeck, Thomas Dannheimer und Michael Schölz gaben sich alle erdenkliche Mühe, den Kids einen lustigen, aber auch lehrreichen Tag zu ermöglichen.

Nachdem sich so viele „Wissbegierige" in Ingolstadt einfanden, konnte sich kaum jemand über zu wenig Teilnahme in den Einheiten beklagen. Neben schweißtreibendem Training, versuchten alle Referenten ihre Gruppen auf sympathische Art und Weise zu lehren. Die Aussage von Elmar Griesbauer zu Beginn seiner Stunde: „Wer nicht gleich alles umsetzen kann, keine Sorge, das ist meine Absicht", legte erstmal ein breites Grinsen in die Gesichter der Teilnehmer. Im Laufe des Trainings wussten sie allerdings auch warum. „Man soll mal wieder erkennen, wie es seinen eigenen Anfängern geht", so Elmar und baute sein Grundlagentraining spielerisch auf.

Das „Urgestein" Klaus Sterba legte seinen Fokus ebenfalls auf Basis-Technik-Training, das jedoch anspruchsvoll in der Umsetzung war. Seine Frage an die Gruppe: „Was heißt Bunkai wörtlich übersetzt", brachte einen kurzen Moment der Stille. „Bunkai heißt wörtlich schneiden oder zerschneiden, in Einzelteile zerlegen und nicht wie viele annehmen Anwendung. Die sog. Anwendung übersetzt man wörtlich als Oyo!" So konnten auch viele Höhergraduierte nicht nur Techniktraining mit nach Hause nehmen, sondern auch theoretisches Wissen aufsaugen.

Franz Fenk oder auch Oliver Schnabel legten in ihren Kata-Trainings viel Wert auf Konzentration und Präzision. Franz appellierte an die Mittelstufe bzw. Oberstufe: „Man sollte sich auch an höheren Katas entwickeln, spürt den ganzen Körper in der Kata!"

Neben purem Karate-Training gab es mit Tai-Chi, Ken Jiutsu oder Kobudo / Waffentraining einige exotische Einheiten. Siegfried Hübner freute sich besonders, dass im Tai-Chi Training auch Jugendliche anwesend waren. Er erklärte dass dieser Sport ein guter Ausgleich bzw. Ergänzung zum Karate ist. Gerade die eher harten Bewegungen im normalen Training, kann man hier weicher und gelenkschonender ausführen.

Lauter und schneller ist es in den Kumite-Einheiten gewesen, welche von Gerhard Weitmann (Landestrainer Leistungsklasse) und Silva Schnabel durchgeführt wurden. Neben einem leistungsorientierten Training mit Gerhard, bei dem viele Kaderathleten anwesend waren, legte Silvia für ihre Gruppen den Schwerpunkt auf Übungen im Gohon-Kumite. „Vergesst die Basis nicht, Kumite ist Körperhaltung, vergesst den Kiai nicht, seid nicht so brav – Kumite ist Kampf", motivierte die Forchheimerin ihre Teilnehmer zu präziseren und schnelleren Aktionen.

Traditionell ging es bei Siamak Montazeri zu, welcher neben Shotokan-Techniken auch Katas oder Partnertraining üben ließ. Später präsentierte er noch seine Schwertkunst Ken Jiutsu. Wörtlich übersetzt bedeutet das „die Kunst das Schwert zu ziehen, es zu kontrollieren und den Gegner unmittelbar kampfunfähig zu machen". Früher wurde Ken Jiutsu von asiatischen Kaisern, deren Leibwächtern (den Schattenkämpfern) und seiner speziellen Armee, den Samurai, ausgeführt. Die heutige Bedeutung des Ken Jiutsu liegt darin, dass es in sich die Möglichkeit enthält, sich nicht nur körperlich sondern auch geistig zu schulen.

Besonderen Teilnehmerzuspruch hatten Fritz Oblinger und Jamal Measara, die neben Grundschule auch vermehrt Hebel, Selbstverteidigung bzw. Kyusho-Jitsu lehrten.

Auch einen regelrechten „Ansturm" erfuhren Helmut Körber und Alfred Heubeck, die an diesem Tag Prüferlizenzverlängerungen mit Theorie & Praxis anboten. Sage und Schreibe über 50 Lizenzverlängerungen wurden am Ende eingetragen. Eine weitere Theorie-Einheit „Kampfrichterlehrgang für DAN Anwärter" wurde durch Wolfgang Weigert abgehalten, der sich ebenfalls über knapp 30 DAN Absolventen freute. Bei Elmar Griesbauer konnte man sich hinterher über weitere Angebote innerhalb des BKBs informieren und austauschen.

Das gemütliche Beisammensein in der Vereinsgaststätte mit kostenloser Verpflegung wurde nach Beendigung der Trainingseinheiten gerne angenommen. So war dieser Tag ein rundum gelungenes Ereignis. Auf meine Frage an einige Karatekas, warum sie den heutigen BKB Tag besucht haben bzw. wie es ihnen gefallen hat, bekam ich durchweg positive Teilnehmerstimmen.


 

  • „Jeder Lehrgang ist eine Herausforderung und der BKB Tag ist eine Mischung aus allem, ein Highlight des Jahres mit viel Basistraining und einer großen Familie!"

  • „Das Angebot ist gut und wirklich für Jeden etwas dabei. Außerdem ist die Atmosphäre ungezwungen, genau das was ich möchte."

  • „Der BKB Tag ist solidarisch, eine Gemeinschaft. Die Auswahl der Trainier ist genial, bei dem man jede Stunde wo anders trainieren kann!"

  • „Dieser Tag ist optimal um sich fortzubilden, Kontakte zu knüpfen und alte Bekanntschaften zu treffen. Außerdem macht es Spaß zusammen mit der Jugend zu trainieren, sich zu messen, es lernt sozusagen einer vom anderen!"

 



Freuen wir uns damit schon auf den 11. BKB Tag 2015 mit einem hochwertigen Gasttrainer und hoffen auf eine erneute starke Teilnehmerzahl.

Bericht:
Melanie Müller