11.09.2014 - Portrait Roland Lowinger

lowinger-5Name: Roland Lowinger

Karate seit: April 1968

Verein: Karate Dojo Haldenwang

Graduierung: 8. DAN

Beruf: Maschinenbau Meister

Tätigkeit im BKB: Bezirksvorsitzender Schwaben

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Warum hast Du mit Karate angefangen?


Wir, drei Freunde, waren einmal Zeuge einer hässlichen „Straßenauseinandersetzung". In meiner bzw. unserer jugendlichen Kurzsichtigkeit meinten wir Karate ist das Allheilmittel gegen solche Auseinandersetzungen. Was für ein Irrtum! Nun auf Grund dieser Fehleinschätzung kamen wir zum Karate.


Wer war dein(e) Trainer?


Der erste Trainer war Viktor Waibel, dann folgten H.-K. Rotzinger, H. Ochi, H. Kanazawa und K. Wittstock aus Süd-Afrika.


Was fasziniert Dich an Karate besonders?


Obwohl ich nun schon seit über 46 Jahre Karate betreibe, gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken bzw. zu lernen. Es hört nie auf.


Hast Du früher Wettkampf betrieben? Ja. Und wenn ja, was waren deine persönlich größten Erfolge oder schönsten Ereignisse?


Der größte Erfolg war sicher der zweite Platz mit dem Team 1972 bei den Europameisterschaften. Franz Borg sagte einmal zu mir: „Pokale und Erfolge sind nur Abfallprodukte auf dem langen Weg des Karate." Wie recht er hatte und darum hier keine Aufzählungen der Erfolge. Zudem: Die zehn Jahre als Landestrainer im BKB und die Möglichkeit mit dem Landeskader in diesen Jahren in einem tollen Team arbeiten zu können.


Gibt es für Dich Vorbilder im Karate?


Selbstverständlich die o.g. Trainer bzw. Lehrer. Ganz besonders aber Ken Wittstock mit dem mich noch heute eine sehr tiefe Freundschaft verbindet.


lowinger-2Hast Du nach so vielen Jahrzehnten noch eigene Ziele im Karate?

Solange es gesundheitlich machbar ist, andere Menschen für das Karate zu motivieren und zu begeistern.


Was motiviert dich gerade jetzt, deine Zeit und Kraft in dem BKB / DKV und dem Karate zu investieren?

In der Kampfrichterei gibt es noch viel zu tun, aber es macht auch einfach Spaß mit anderen Karatekas zusammen zu arbeiten, Erfahrungen und Wissen weiter zu geben - dies natürlich auch im eigenen Verein.


Was hast Du Dir als Bundes-Kampfrichter-Referent- und WKF Chairman als Ziele gesteckt?


Nun, da gibt es viele Facetten und noch mehr Aufgaben die in diesen zwei Ämtern beinhaltet sind. Eines will ich speziell hervorheben: Unsere Athletinnen und Athleten haben die besten Kampfrichter verdient, was bedeutet, die Ausbildung der Kampfrichter muss noch stärker forciert und vorangetrieben werden.


Im November ist die Karate-WM in Bremen, bei welcher Du als Weltkampfrichter-Chef einen verantwortungsvollen Posten begleiten wirst. Inwiefern ist dieses Event für Dich etwas Besonderes?


Diese WM stellt uns alle vor großen Herausforderungen, zu meinem Aufgabengebiet gehört unter anderem, die Organisation der Kampfrichterprüfungen, deren Ablauf (ca. 350 Prüflinge) theoretische und praktische Ausbildung, Briefing mit den Kampfrichtern und den Coaches (ca. 550 Personen), Organisation der Registrierungen, Report an das Executive Committee, Report an den Kongress, Abhaltungen von Besprechungen mit der Referee- und der Sportcommission und die ganze Kampfrichter- Organisation an den Wettkampftagen mit deren Nachbesprechungen. Ich kann davon ausgehen, dass es mir an diesen 11 Tagen in keinster Weise langweilig wird. Nicht nur ich, sondern alle Personen die mit in der WM Orga eingebunden sind, freuen sich darauf das es bald losgeht. Aber das höchste wäre natürlich, wenn unsere Athletinnen und Athleten in allen Disziplinen auf dem Treppchen stehen.

 
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Du hast bereits viele EMs und WMs in der ganzen Welt besucht. Was geht in einem Kampfrichter vor, wenn man in einem abendlichen Finale als Referee eingesetzt wird? Wünscht man sich z.B. einen eindeutigen, klaren Kampf oder möchte man lieber spannende, ausgeglichene Begegnungen schiedsen?


Nun, sicherlich wird der/die eine oder andere Kampfrichter/In sich wünschen, dass der Kampf schnell und sicher im Finale vorbei geht. Ich persönlich bevorzuge spannende, interessante und wechselhafte Kampfbegegnungen.

lowinger-3Was machst Du gerne in deiner Freizeit neben Karate?

Mit dem Motorrad schöne Touren zu fahren.


Gibt es ein Motto in deinem Leben?


Wenn Du am Boden liegst, gibt es nur einen Weg - den nach oben.


Wie würdest Du dich als Person beschreiben?


Ich denke, dass überlasse ich anderen Menschen.


Hast Du ein Zitat das du den Lesern auf dem Weg geben möchtest?


Nun es gibt viele Zitate für das Karate, oder die allgemeine Lebenseinstellung. Dies muss jeder für sich selber finden und danach handeln. Zitate sind schnell daher gesagt, aber selber danach handeln ist eine andere Sache.


Gibt es Menschen denen Du Dank sagen möchtest?


Oh ja. Sicherlich meiner Familie, die immer hinter mir stand und mich unterstützte, aber auch all die Wegbegleiter/Innen die mich in den letzten Jahrzenten positiv unterstützten und begleiteten.



Danke für das Interview,
Melanie Müller