06.04.2014 - BERICHT, Bilder und Video zur Deutschen Meisterschaft 2014 in Coburg

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Coburg. Am 29. / 30. März 2014 wurde die Deutsche Meisterschaft der Leistungsklasse und für Menschen mit Behinderung mit knapp 400 Teilnehmer in Coburg ausgetragen. Walter Sosniok, unser bayerischer Wettkampfleiter persönlich organisierte nun schon zum zweiten Mal mit seinem Team vom TSV Scherneck einen DKV Event in der dafür bestens geeigneten und hervorragend ausgestatteten HUK Arena.

Unterstützt wurde Walter vom KD Untermerzbach mit Sebastian Morgenroth und Eva Greif und zusätzlich noch sein Partner-Dojo, dem Budokan Sonneberg mit Frank Beyer. Für den KD Untermerzbach war dies eine weitere Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln, da die Bayerische Meisterschaft der Kinder, Schüler und Bavarian Open für Menschen mit Behinderung 2015 in Ebern ausgetragen wird. Mit seinen Helfern sorgte Walter für eine perfekt ausgerichtet DM welche gleichzeitig ein Heimspiel für die Bayerischen Athletinnen und Athleten bedeutete.

Am Samstag belohnte sich und damit auch den BKB als erstes Fabienne Dyroff vom SV Unsu Karate Mömlingen mit einer Medaille. Zwar wurde diese bereits in der zweiten Runde von Anna Müller gestoppt, jedoch holte sich Fabienne in weiteren drei spannenden Trost-Runden die Bronzemedaille. Überglücklich fiel sie ihrem Trainer Momo Abu Wahib in die Arme und das gesamte Bayerische Team teilte diese Freude.

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Die Damen gingen weiter massiv auf Medaillenfang. Die erst 19 Jährige Meryem Yildirim (KC Shogun Memmingen e.V.) startete zum ersten Mal in der Leistungsklasse. Seit ihrem dritten Lebensjahr begann sie bei ihrem Vater Senol Yildirim Karate. In der Jugendklasse konnte sie mit dem gewinn einer Bronzemedaille bereits einen nationalen Sieg feiern. Diesmal krönte sie ihre bisherige Laufbahn mit dem Einzug ins Finale +68 kg. Zwar musste sie sich dort der Klasse von Laura Bustian geschlagen geben, konnte aber mit einem Vize-Titel mehr als zufrieden sein.

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IMG 8955Bild: Axel Krusch

MariaUnsere nächste Finalistin war Favoritin Maria Weiß vom KC Hersbruck e.V. Maria kämpfte steht´s ruhig, souverän und fair. Sie schaffte es zudem in dem gesamten Wettbewerb keinen einzigen Gegentreffer einstecken zu müssen und klärte ihre Begegnungen immer zu Null. So auch das Finale gegen Lena Ribguth aus Brandenburg, die gegen unsere Bayerin kein Durchkommen fand. Dieser Sieg war für Maria gleichzeitig ein wichtiger Schritt in Richtung WM Nominierung.

Am Sonntag wurde es im Kata-Wettbewerb der Herren Einzel äußerst spannend. Das Niveau war in dieser Kategorie mit 41 Teilnehmer wie zu erwarten sehr hoch. Titelverteidiger Ilja Smorguner wurde von seinem Trainer Michael Schölz intensiv vorbereitet und ging konzentriert auf die Wettkampffläche. In seinen ersten 3 Runden dominierte er eindeutig gegen seine doch teilweise harte Konkurrenz. Im Einzug ins Finale wurde es spannend; sein Konkurrent Philip Jüttner vom Judokan Frankfurt präsentierte eine dynamische Gangaku. Ilja konterte mit einer fehlerfreien und exakt vorgetragenen Suparinpei und konnte mit 3:2 Kampfrichterstimmen zwar knapp, aber dennoch verdient das Finale erreichen. Das Duell um Gold entschieden wie im Vorjahr Ilja und Jan Urke. Für beide muss es wie ein Déjà-vue gewesen sein. Die gleiche Kata (Gangaku gegen Chatanyara Kushanku), die gleiche Wertung von 4:1 und erneut holte sich Ilja den begehrten Titel des Deutschen Meisters. Jetzt heißt es für ihn und seinem Trainer Michael am Ball zu bleiben, denn eine Nominierung zur EM und wohl auch zur Weltmeisterschaft in Bremen im November dürfte wohl nichts mehr im Wege stehen.

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Final-Kata von Ilja Smorguner (Sieger 2013 / 2014) vom Shugokan München (Trainer: Michael Schölz)


Neben unseren Finalisten gab es noch weitere Bronzemedaillen zu feiern wie z.B. von Heinrich Leistenschneider. Dieser erhoffte sich in dem Wettbewerb deutlich mehr, denn er stand bereits mit zwei Eindeutigen Siegen (3:0 / 1:0) im Poolfinale gegen Bolat vom Banzai Berlin, welches er unglücklich verlor. Der Frust war zwar anfangs groß, doch er ärgerte sich nicht lange und riskierte in der Trostrunde nochmal Alles. Im kleinen Finale lag Heinrich anfangs zurück und musste zu allem Ärger noch mit einer Platzwunde im Gesicht behandelt werden. Erst in den letzten 30 Sekunden konnte er das Blatt drehen, und holte sich mit einem 5:4 gegen den Brandenburger Marvin Mauer seine Bronzemedaille.

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 M L4463Bild: Corinna Beitler
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Für Nachwuchs-Athletin Ruth Malsch war es ihre erste Deutsche Meisterschaft der Leistungsklasse. Die sympathische Athletin aus Kempten ist bereits seit einigen Jahren im Nationalkader und konnte z.B. an der Jugend / Junioren WM 2011 in Malaysia eine Bronzemedaille erkämpfen. Nun heißt es für Sie, sich langsam an die „Großen" ranzutasten. Ihr Bewegungsmuster und Kampfstil erinnert sehr an die damalige Kora Knühmann oder derzeitige TOP-Favoritin Jana Bitsch. Zwar wurden die regulären Begegnungen bereits in der zweiten Runde durch Stella Holczer beendet, jedoch konnte Ruth in der Trostrunde ihren Kämpferwillen erneut unter beweis stellen. Sie lies ihre Konkurrenz in zwei weiteren Runden im Abseits stehen und durfte sich gemeinsam mit Trainer Sigi Drexel über die erste Bronzemedaille in der Leistungsklasse freuen.

Unsere Erdinger Kata Mädels hatten ebenfalls am Sonntag ihren großen Auftritt. Das Trio nahm sich viel vor und setzte dies auch um mussten aber den routinierten Mädels vom SC Judokan den Vortritt ins Finale überlassen. Im Kampf um Bronze zeigten aber alle Drei nochmals ihre Klasse. Einziger Wehrmutstropfen: In der Begegnung um Platz 3 standen zwei Bayerische Teams auf der Matte: TSV Erding gegen den ATS Kulmbach. Die Mädels aus Oberfranken hatten allerdings gegen die Erfahrung und mittlerweile TOP-Bunkai-Präsentation von Marina Albers, Susanne Beinvogl und Lisa Kirchner mit 5:0 keine Möglichkeit für einen Sieg. Mit ihrer derzeitigen bestechenden Form hätten die Erdinger auch gute Chancen bei der EM der Regionen, welche Anfang Juni in Izmir stattfindet.

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Bei den Kumite Teams am Sonntag gab es sowohl bei den Herren, als auch bei den Damen mehr Frust als Erfolg. Zwar hatten alle das Ziel auf eine Platzierung, mussten sich aber immer einer besseren Mannschaft beugen. Teilweise wurden die Begegnungen sehr emotional, knapp und unglücklich verloren, was für noch mehr Enttäuschung sorgte. Wie heißt es aber so schön: Das Leben ist ein Spiel. Man macht keine größeren Gewinne, ohne Verluste zu riskieren. Von dem her „abhacken" und weiter trainieren.

Im Medaillenspiegel konnte der Landesverband Bayern noch einen ordentlichen 5. RANG in der Länderwertung erkämpfen. Was in den Vorjahren hauptsächlich durch Kumite-Titel erzielt wurde, gibt es nun durch unsere Top-Athleten auch wieder vermehrt Kata-Erfolge zu verzeichnen, was er eine sehr positive Entwicklung ist.

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Am Samstagnachmittag konnte Ausrichter Walter Sosniok mit seiner Frau Manuela Sosniok viele lokale Gäste aus der Politik begrüßen. Unter anderem war der Oberbürgermeister Kastner, der zukünftige OB Norbert Tessmer, der ehemalige Bürgermeister von Untersiemau Michael Boseckert, der Bürgermeister von Ahorn Martin Finzel und auch der Vorsitzender der TSV Scherneck Harald Schneider anwesend. Alle waren beeindruckt, vor allem von den Meisterschaften für Menschen mit Behinderungen, aber auch von den Finaldarbietungen am Abend.

Walter Sosniok bedankte sich nochmals ausdrücklich bei seinem Team vom TSV Karate Scherneck. „Man ist nur so gut, wie seine Leute im Hintergrund", die an dieser Meisterschaft mit Tischbesatzung, Verpflegung, Ab- und Aufbau alles im Griff hatten. Alles in allem ein tolles „bayerisch-deutsches Event", das mit frühlingshaften Temperaturen am kompletten Wochenende einen angenehmen Ausklang fand.

Bericht und Bilder:
Melanie Müller

  • 1. Platz Kata Einzel Herren: Ilja Smorguner
  • 1. Platz Kumite Damen -68kg: Maria Weiß
  • 2. Platz Kumite Damen +68kg: Meryem Yildirim
  • 3. Platz Kata Einzel Damen: Fabienne Dyroff
  • 3. Platz Kata Team Damen: TSV Erding (Albers, Beinvogl, Kirchner)
  • 3. Platz Kumite Damen -55kg: Ruth Malsch
  • 3. Platz Kumite Herren -84kg: Heinrich Leistenschneider

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Die Bildergalerien sind bereits mit Fotos von Melli Müller und Corinna Beitler bestückt.