01.10.2013 - Kata-Athleten glänzen an German Open der Premier League

Ilja Smorguner scheitert nur knapp an einer großen Sensation
Kata Team Damen aus Erding im Finale

Hanau. Insgesamt 54 Nationen aus allen fünf Kontinenten nahmen mit knapp 700 Startern an den diesjährigen German Open in Hanau teil. Dies bedeutete für die Premier League und auch dem DKV einen neuen Nationen-Rekord. Viele Top-Athleten, darunter auch eine großen Abordnung aus Japan oder Venezuela, waren angereist und boten spannende Kämpfe und spektakuläre Kata-Vorführungen. Dass unsere bayerische Delegation gerade im Katabereich hier mithalten konnte, darf schon als kleine Sensation bezeichnet werden.

Kata-Ilja-2Kata-Ilja-3
Noch vom Sieg an der Istanbul Open beflügelt, stand Ilja Smorguer mit seinem Trainer Michael Schölz an der Tatami und wirkte souverän, ja schon fast abgeklärt. Dennoch war die innerliche Anspannung groß, denn im Gegensatz zu Türkei hatte er nun knapp 100 Kata-Athleten !!! in 4 Pools als Konkurrenz zu verzeichnen. Seine ersten drei Runden meisterte er klar mit einem 5:0 Votum. Gegen Spanien wurde es erstmals spannend, jedoch überzeugte er mit 3:2 Flaggen und stand bereits im Poolfinale das er ebenfalls mit 5:0 klar gewann.

Beim Halbfinale gegen den starken Japaner Shimbaba musste er an diesem Tag seine erste, aber auch einzige Niederlage einstecken, denn im Duell gegen Bronze punktete er erneut mit 4:1 gegen die Slowakei. Dieser dritte Platz bei solch einer starken internationalen Besetzung ist für Ilja, seinen Trainer Michael Schölz und auch für den BKB ein großer Erfolg. Damit hat er wieder wertvolle Punkte gesammelt, um an der Weltmeisterschaft 2014 in Bremen den DKV vertreten zu dürfen.

Die Erdinger Kata Mädels Susanne Beinvogl, Marina Albers und Lisa Kirchner hätten wohl eher weniger damit gerechnet, an dieser Premier League im Finale zu stehen. Doch manchmal werden Träume war, denn von den anwesenden 6 Teams hatten unsere BKB Mädels schon ein Freilos und konnten sich tatsächlich gegen das Französische Team mit 4:1 behaupten.

Kata-TEam

So mussten sie am Abend gegen das deutsche Nationalteam mit Frontfrau Jasmin Bleul antreten. Durch einen kleinen Fehler in der Ausführung wäre das DKV Nationalteam fast disqualifiziert geworden, aber nachdem auch unsere Mädels beim Angrüßen noch auf der roten Linie standen, hat sich dieser Fehler aufgehoben. Leider werteten die Kampfrichter am Ende mit 5:0 gegen das Bayerische Team. Die Begeisterung mit einer Silbermedaille am Podest gefeiert und unter anderem von Weltpräsident Antonio Espinos gratuliert zu werden, war dem Trio anzusehen. Auch Kata Landestrainer Franz Fenk freute sich sehr über diese bayerischen Kata Erfolge.

Kata-Erfolge

Kata-Averdunk  Kata-Laurenz  Kata-Lisa

Kata-Fabienne    Kata-Marina    Kata-Susanne

Zuerst hatte man kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu! Im Kumitebereich wollte es irgendwie nicht funktionieren. Heinrich Leistenschneider war guter Dinge, bestens vorbereitet und fit. Er dominierte seinen ersten Kampf zu Beginn klar mit 6:0. Plötzlich musste er durch kleine Unaufmerksamkeiten zweimal einen Sambon einstecken, so dass der Franzose nicht nur den Ausgleich schaffte, sondern ging in den letzten Sekunden mit einem Zuki in Führung. Heinrich lief nicht nur die Zeit davon, sondern auch der französische Athlet, der es taktisch gut verstand ihm keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Somit musste Heinrich bereits im ersten Kampf seine bittere Niederlage hinnehmen.

Kumite-Heinrich

Unsere zweite Hoffnungsträgerin Maria Weiß scheiterte gleich zu Beginn mit 0:1 gegen die starke Kroatin, welche später auch im Finale die Goldmedaille feiern konnte. Marias Vorbereitung war bedingt durch ihre Dojoeröffnung und den langen Umbaumaßnahmen nicht wirklich optimal: „Ich war heute körperlich und geistig nicht 100% in Bestform, aber für mich ist es OK," so Maria. In der Trostrunde konnte sie zwar noch einen Sieg einfahren, bevor gegen Italien mit 0:1 dieser Tag für sie komplett beendet war.

Kumite-Maria

Landestrainer Gerhard Weitmann musste zudem Ausfälle von Athleten wie z.B. Joachim Füssinger oder Johannes Krefting hinnehmen, so dass die Ausbeute in diesem Jahr nur reine Erfahrungswerte gewesen sind. Zusammen mit Leistungssportreferent Wolfgang Seidel analysierte er die Kämpfe der internationalen Top-Stars und holte sich so neue Anregungen für seinen Trainingsaufbau.

Neben den bayerischen Kampfrichtern gab es auch weitere BKB Funktionäre die an diesem Wochenende die Meisterschaft bereicherten. Walter Sosniok engagierte sich nicht nur als Kampfrichter, sondern fungierte in der Vorbereitung als Organisator und wurde von der WKF für diese Veranstaltung als „Supervisor" eingesetzt. So sorgte er durch seine Routine gemeinsam mit der DKV Wettkampfkommission für einen reibungslosen und zeitlich hervorragenden Ablauf und wurde von WKF-Präsident Antonio Espinos mit der offiziellen WKF-Krawatte ausgezeichnet. Ebenso zollte Antonio Espinos auch WKF-Referee Chairman Roland Lowinger für die erstklassigen Schiedsrichterleistungen seine Anerkennung.

Eine tolle Atmosphäre, spannende und vor allem verletzungsfreie Kämpfe zeichneten diese German Open 2013 aus. Im nächsten Jahr wird wohl, bedingt durch die Weltmeisterschaft der Leistungsklasse im eigenen Land, ein weiterer Teilnehmeransturm zu verzeichnen sein. Ein Besuch der German Open (27./28.09.2014) in Hanau lohnt sich so auf jeden Fall, um bereits einen Vorgeschmack auf die WM vom 05.-09. November 2014 zu bekommen.

Bericht und Bilder:
Melanie Müller