24.03.2013 - Wolfgang Weigert verabschiedet sich als Kampfrichter

Wolfgang-Verabschiedung-2Es war ein sehr emotionaler Moment für Wolfgang bei der DM in Erfurt. Wolfgang Weigert wurde als Bundeskampfrichter nach über 23 Jahren von Bundeskampfrichterreferent Roland Lowinger verabschiedet. Als „Abschiedsgeschenk" leitete er nochmals das Finale –78Kg der Männer fehlerfrei und mit der gewohnten „WM-Präzision".

Damit ging ein langer Weg zu Ende, der 1986 bei den Bayerischen Hochschulmeisterschaften in Regensburg seinen Anfang fand. Bereits 1988 übernahm der frisch gebackene Landeskampfrichter den Bezirk Oberpfalz als Referent, dem sich wenig später auch noch der Bezirk Niederbayern anschloss. Nachdem er 1990 erfolgreich die Prüfung zum Bundeskampfrichter absolvierte, folgte er kurz nach der Maueröffnung dem „Ruf des Ostens" und wurde der erste Landeskampfrichterreferent von Sachsen. Hier bildete er im Laufe von über zwei Jahrzehnten viele Landes-, 10 Bundes- und einen Internationalen Kampfrichter aus.

Nach seiner Berufung in Sachsen war der Ehrgeiz von Wolfgang erst so richtig erwacht – 1993 begann er bei der EM in Prag seine Internationale Laufbahn mit dem Erwerb der Europäischen Lizenz. Anlässlich der WM in München lieferte Wolfgang sein „Meisterstück" ab, als er nicht nur eine Lizenz überspringen, sondern auch gleich noch bei der Heim-WM mit schiedsen durfte. Dass er so „nebenbei" noch für den gesamten Transport dieser WM zuständig war, unterstreicht diese große Leistung.

Als ihm ein Jahr später in Athen das gleiche Kunststück mit dem Überspringen der Referee-B Lizenz zur Referee-A Lizenz wieder gelang, wurden auch die Verantwortlichen im Kampfrichtersektor der WKF auf ihn aufmerksam. Nach vielen erfolgreichen Einsätzen in WM-Finals wurde er 2005 deshalb in die Weltkampfrichterkommission berufen. Erst sein Wechsel 2010 als Chairmen der WKF für den Behindertensektor beendete diese Tätigkeit, da es bei der WKF nicht erlaubt ist, zwei Kommissionen gleichzeitig anzugehören.

Bei der WM in Belgrad erlebte er einen letzten großen Moment, als er das Damenfinale -68Kg – erstmals auf einer Tribüne – schiedsen durfte und seine große Klasse nochmals zum Ausdruck kam.

Mit der Wahl zum Präsidenten des DKV musste er auch in Deutschland seine Tätigkeit als Kampfrichter beenden, was zu einer großen Abschiedstour führte. Im Januar verabschiedeten ihn seine Sachsen, im Februar seine Bayern und jetzt bei der DM in Erfurt seine Bundeskampfrichter.

Ab und zu wird er jedoch noch bei kleineren Turnieren als Kampfrichter oder Ausbilder zu sehen sein – seine Welt-Referee A-Lizenz erlischt erst Ende 2015. „Ob im GI oder im Kampfrichteranzug – ich war immer ein Mann der Basis und werde dies als auch Präsident weiter pflegen solange es mir möglich ist" sagt Wolfgang, dem dieser Schritt sichtlich schwer gefallen ist.

„Aber Alles im Leben hat mal ein Ende und man muss auch loslassen können, um sich neuen Herausforderungen zu stellen" – so die Devise von Wolfgang mit dem auch ein kleines Stück der Deutschen internationalen Kampfrichter-Geschichte zu Ende geht.

Bericht: Christian Grüner
Bilder: Melanie Müller

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