21.01.2013 - Roland Lowinger neuer Weltkampfrichterchef

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Es war eine Ehre der ganz besonderen Art als Weltpräsident Antonio Espinos bei den German Open im letzten Jahr Bundeskampfrichterreferenten Roland Lowinger mit der heiklen Aufgabe des kommissarischen Weltkampfrichter-Chefs bei der WM in Paris betraute, wo die IOC-Programmkommission Karate als kommende Programmsportart bewertete. Heikel deshalb, weil gerade das Kampfrichterwesen eine entscheidende Rolle in dieser IOC-Kommission spielt. Roland erfüllte seine Aufgabe mit Bravour - an den Kampfrichtern wird die Aufnahme von Karate ins Olympische Programm nicht scheitern. So wunderte es nicht, dass das Exekutiv-Komitee der WKF Roland nach der WM zum Nachfolger von Con Cassis als neuen Weltkampfrichterchef ernannte.

Für den fast 65jährigen ehemaligen Spitzenathleten ist dies die Krönung seiner bisherigen einzigarten Laufbahn. 1968 begann er mit unserer Kampfkunst und konnte schon 1971 den 1.DAN absolvieren – ein bemerkenswert kurzer Zeitraum für die damaligen Verhältnisse.

In seiner aktiven Zeit als Athlet konnte er neben einer Vielzahl von Nationalen Erfolgen 1973 mit der damaligen Kumite-Nationalmannschaft den Titel eines Vizeeuropameisters erringen. Auch als Trainer vermittelte er sein umfangreiches Wissen erfolgreich an seine Schützlinge: von Bezirksmeistern bis hin zu Weltmeistern formte er seine ihm anvertrauten Athleten . Schon 1978 übernahm er auch als Funktionär ein umfangreiches Betätigungsfeld. Vom Dojoleiter, Bezirksvorsitzenden, Landestrainer, Vizepräsidenten des BKB, Stilrichtungsreferenten Shotokan im BKB und DKV bis hin zum Bundeskampfrichterreferenten zeichnete er sich mit Einsatz und Weitblick aus. So scheute er sich nicht, 2011 nochmals ein Dojo, den TV Haldenwang , zu gründen und erfolgreich aufzubauen.

Seine große Leidenschaft galt und gilt aber der Kampfrichterei. 1978 als Bundeskampfrichter gestartet, errang er 1987 die Europäische und 1992 die Weltkampfrichterlizenz. Von 1999 bis 2002 war er Mitglied der Europäischen Kampfrichterkommission und seit 2002 fungiert er sowohl in der EKF wie in der WKF als Mattenchef.

Kein Wunder, dass so viel Engagement auch eine öffentliche Würdigung erfahren hat. Neben der Ehrenmedaille des Freistaates Bayern und der Ehrenmitgliedschaft des BKB zeichnete Bayerns Justizministerin Beate Merk Roland im Mai 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

Mit der Ernennung zum Weltkampfrichterreferenten erfährt das Wirken von Roland eine einmalige Auszeichnung, die in der Geschichte der WKF bisher nur Tommy Morris (England) und Con Cassis (Australien) erleben durften. Der BKB ist stolz auf diese Ernennung, gratuliert Roland zu seinem neuen Amt und wünscht ihm viel Glück bei den kommenden Aufgaben.

Bericht:
Wolfgang Weigert

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Aktuell: Roland Lowinger wird nun auch durch WKF-Präsident Antonio Espinos dem Executive Committee der European Karate Federation zum Stellvertreter des EKF Kampfrichterchef
(Chairman) Primos Debenak vorgeschlagen.