29.03.2012 - Carlo Fugazza beim Shotokan DANShakai

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fugazza-1Ingolstadt. „Schön dass Ihr Carlo eingeladen habt“, so eine glückliche Teilnehmerin aus der Oberpfalz am BKB DANShakai. Mit ihr waren knapp 70 Karatekas angereist, um beim Training mit Carlo Fugazza und Fritz Oblinger teilzunehmen. Zwar gab es diesmal keinen neuen Teilnehmerrekord, dafür hatten alle Anwesenden einen größeren Mehrwert und privateres Training, als in einer Massenveranstaltung.

Der 60-jährige Italiener hatte von Beginn an die Gruppe in seinem Bann. Es wurde kein großes Aufwärmtraining abgehalten, denn die Grundschule diente zum „Warmlaufen“. Geübt wurden Angriffs- und Abwehr-Techniken aus Suri-Ashi, welche später im Partnertraining kombiniert und verfeinert wurden. „Ihr müsst verstehen was ihr macht, erst dann könnt ihr reagieren und euch individuell auf verschiedene Verhältnisse oder Partner einstellen“, so Fugazza. Damit meinte er, dass die Teilnehmer erst die Prinzipien von Distanz, Angriff- und Abwehrverhalten verinnerlichen sollten, damit sie auf ihren Partner / Gegner besser reagieren können.

Carlo Fugazza selbst hat 1968 mit Karate angefangen. Er trainierte erst unter Angelo Abruzzo, einem Schüler von H. Shirai und nach zwei Monaten wurde er ins Schwarzgurt-Training von Sensei Shirai persönlich bestellt. Durch diszipliniertes, kontinuierliches Training errang er neben vielen Erfolgen unter anderem bei der WM in Los Angeles 1975 den 2ten Platz in Kata-Einzel und bei der WM in Tokio 1977 2ten Platz in Kata-Mannschaft und den 3ten Platz in Kata-Einzel.

Die Karatelaufbahn von Carlo ist beeindruckend, aber dennoch ist der gebürtige Mailänder am Boden geblieben: „Auch als DAN-Träger muss man den Geist des Anfängers bewahren und nie satt werden. Man muss sich zurückerinnern, wie es sich anfühlt als Unterstufe zu trainieren und weiterhin viel lernen. Nur so kann man als Mentor & Trainer seiner Aufgabe wirklich gerecht werden!“ In seinem Training springt nicht nur viel Wissen auf die Teilnehmer über, sondern auch seine Begeisterung zum Karate. „Wenn man etwas tut, dann sollte man es ganz tun und mit voller Überzeugung. Die Schüler merken, wenn man seine komplette Erfahrung mitteilen möchte und geben das mit viel Fleiß und Training zurück, das macht mich glücklich! Ich möchte die Leute innerlich erreichen, von Herz zu Herz schulen. Erst wenn mein Wissen aufgenommen wurde bin ich zufrieden“, so Carlo.

In seinen weiteren Einheiten wurde die Kata Jion und Bassai-Sho geübt. Dabei ging er anfangs auf den korrekten Bewegungsablauf ein, später beschränkte er sich auf die reine Bunkai-Anwendung ohne dabei doppelte Techniken zu wiederholen bzw. trainierte die komplette Kata in „Ura“ Form. Für die Teilnehmer eine sehr interessante Art Kata zu üben, was auch ein gewisses Maß an Konzentration einforderte. „Ihr müsst viel Bunkai praktizieren, die Katas so verstehen lernen, erst dann werden die Bewegungen flüssig“.

Neben Carlo Fugazza gab es noch eine Trainingseinheit mit BKB Breitensportreferent und Organisator dieses DANShakai, Fritz Oblinger. Auch er lehrte kein Standard-Programm, sondern vermittelte die Stellungs-Kata „Wa-Shugyo“ ( = Harmonie + Selbstdisziplin). Diese besondere Kombination beinhaltet ALLE Stellungen im Karate. Im Anschluss wurde mit einem Partnertraining in Anlehnung an Selbstverteidigung diese Bewegungsform vertieft.

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Auch wenn die Gruppe an diesem Tag überschaubar gewesen ist, hat es jedem Einzelnen einen Mehrwert an Wissen eingebracht. Fritz Oblinger bedankte sich am Schluss noch bei Carlo Fugazza für sein Kommen und auch bei Claus W. Fröhlich, der an diesem Tag mit der Übersetzung von Carlos Erklärungen gut beschäftigt war. Das Team der Karateabteilung der TSV Ober-, Unterhaunstadt mit Vereinsleiter Erich Berle, war ein perfekter Ausrichter für diesen Lehrgang. Auch für nächstes Jahr hat Carlo Fugazza bereits sein Kommen zugesagt, auf das wir uns jetzt schon freuen dürfen.

Bericht und Bilder:
Melanie Müller


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