15.06.2011 - Eileen Guddat und Lisa Schmid sind Deutsche Meisterinnen!

In Erfurt trafen sich am 21. und 22. Mai einmal mehr die besten deutschen Karateka der Jugend- und Juniorenklassen. Für die Bayerische Karate Jugend (BKJ) war die Leichtathletik-Halle ein recht erfolgreiches Pflaster. Mit zwei Titeln, fünf zweiten, zehn dritten, neun fünften und vier siebten Plätzen waren die BKJler zwar nicht so erfolgreich wie noch im Vorjahr, zeigten aber, dass sie an der deutschen Spitze mithalten können und belegten den vierten Platz im Medaillenspiegel.

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Junioren

Für die erste Medaille am Samstag bei den Junioren sorgten die Kata-Mädels vom Karate-Dojo Straubing im Team. Kuljinder Pardeshi, Melissa Ramic und Jenni Trum bestritten die ersten Runden souverän und mussten sich erst im Poolfinale den späteren Deutschen Meisterinnen aus Lich geschlagen geben. Das Duell um Platz drei entschieden sie dann jedoch klar für sich und durften die Bronzemedaille in Empfang nehmen.

Eine Stufe höher auf dem Siegertreppchen stiegen die Straubinger Jungs. Sie kämpften sich bis ins abendliche Finale vor. Trotz einer starken Gojushiho Sho verloren sie dort jedoch das Duell gegen Dokan Berlin, konnten mit dem Vizetitel aber trotzdem einen schönen Erfolg feiern.

Nicht ganz für das Podest gereicht hat es für das Kata-Team der Erdinger Mädels. Sie erkämpften sich in der Trostrunde den fünften Rang. Die gleiche Platzierung schaffte auch das Jungen-Kata-Team vom 1. Kemptener Karate Dojo im TVK, die als jüngstes Trio im Feld den späteren Siegern unterlagen und über die Trostrunde noch Fünfter wurden.

Im Kata-Einzel der Junioren lief es für die bayerischen Starter nicht optimal. Trotz guter Leistungen schieden alle BkJler in den Vorrunden aus.

In den Kumite-Disziplinen schnitten die bayerischen Mädels heuer wesentlich erfolgreicher ab als die Jungs, die sich oft ganz knapp geschlagen geben mussten. Nichtsdestotrotz heimsten auch die Jungs einige Podestplätze ein.

Bei den Junioren bis 55 Kilo schaffte es der Coburger Kevin Fard nach dem Wechsel in die Juniorenklasse nicht seinen Triumph des Vorjahres zu wiederholen. Er erkämpfte sich in Erfurt den siebten Platz. Andreas Schmitt aus Untermerzbach und Nils-David Hepp aus Bessenbach unterlagen in ihrem Pool beide dem späteren Sieger und trafen in der Trostrunde im Kampf um Platz drei aufeinander. Nils entschied den Kampf für sich und nahm bei der Siegerehrung stolz die Bronzemedaille entgegen. Für Andreas blieb der gute fünfte Platz.

In der Kategorie bis 68 Kilo standen mit David Jobst (Traunreut) und Heinrich Wagner (Straubing) zwei bayerische Karateka auf dem Podest. Sowohl David als auch Heinrich schafften es in ihrem Pool ins Finale, mussten sich dort jedoch geschlagen geben. Ihre Duelle um den dritten Platz entschieden anschließend beide für sich.

Eine weitere gute Platzierung erkämpfte sich Marcel Büttner aus Lichtenau bei den Junioren über 76 Kilo. Er wurde Fünfter.

Sehr gut in Form zeigte sich Eva Roßner in Erfurt. Die 15-Jährige vom Karate-Club Münchberg erreichte bei den Juniorinnen bis 53 Kilo souverän das Finale. Dort hatte sie es mit Jessy Neumann, Mitglied des Bundeskaders, zu tun. Obwohl sie gut kämpfte, unterlag Eva knapp. Für sie war der Vize-Titel aber ihr bisher bestes Ergebnis auf einer DM.

Aber nicht nur Eva schaffte es auf das Podest. Die bayerische Meisterin in der Klasse bis 53 Kilo, Beatrice Schaupner aus Waldkraiburg, kämpfte ebenfalls stark und holte sich die Bronzemedaille. Eine weiter Bronzemedaille sicherte sich Svala Wagner. Nach einer Blinddarm-OP vor rund vier Wochen war das für die Bessenbacherin ein super Erfolg, da bis kurz vor der DM nicht feststand, ob sie überhaupt starten kann. In der gleichen Kategorie kam Lisa Richtsfeld aus Breitenberg zudem noch auf Platz fünf.

In der Klasse bis 59 Kilo konnte Seydanur Cüre vom SV Hut-Coburg überzeugen und erkämpfte sich unter den 28 gestarteten Athletinnen die Bronzemedaille.

Angefeuert von vielen BKJlern, die ihren Start schon hinter sich hatten, ging Lisa Schmid auf die Tatami. Die 16-Jährige vom 1. Kemptener Karate Dojo im TVK gehörte nach ihrem Sieg auf der DM im vergangenen Jahr zu den Favoritinnen in der Klasse über 59 Kilo. Gut eingestellt von ihrem Heim- und Landestrainer Siggi Drexel zeigte sie jedoch von Beginn an, dass sie in Topform ist und schaffte ohne einen Punkt gegen sich zuzulassen souverän den Einzug ins Finale. Dort agierte sie gegen Katharina Kemmet aus Gummersbach taktisch klug und setzte 20 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Gyaku-Zuki zu Kopf ihrer Gegnerin, der ihr den Sieg einbrachte. Überglücklich sprang sie Siggi nach dem Kampf in die Arme. Bei der Siegerehrung nahm sie stolz den Pokal aus den Händen von BKB-Präsident Wolfgang Weigert entgegen.

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Zuvor noch hatte sich Lisa zusammen mit ihrer Vereinskollegin Ruth Malsch, Eva Roßner und Annalena Steidle (Durach) auch im Kumite-Team eine Medaille gesichert. Die KG Kempten musste sich erst im Poolfinale um einen Punkt in der Unterbewertung Waltershausen geschlagen geben, erkämpfte sich dann aber souverän noch den dritten Platz. Auf dem Podest standen die Mädels aus Straubing neben ihnen. Kuljinder Pardeshi, Laura Simmel und Elena Sturm holten sich im Kumite-Team ebenfalls Platz drei. Elena Sturm schaffte es im Einzel über 59 Kilo außerdem noch auf Rang fünf.

Das Jungen-Team, die KG Durach mit Philipp Amman (Durach), Marco Hartmann (Kempten) und David Jobst (Traunreut) kam auf den siebten Platz.


Jugend

Nach dem erfolgreichen ersten Tag in Erfurt, knüpfte die BKJ am Sonntag bei den Jugendlichen an die guten Leistungen des Vortags an. Für eine kleine Überraschung sorgte Kuljinder Pardeshi. 2010 war die Straubingerin noch Deutsche Meisterin im Kumite, in Erfurt stellte sie aber vor allem ihre Klasse in der Kata unter Beweis und kämpfte sich bis ins Finale vor. Dort musste sie sich mit ihrer Kanku Sho zwar geschlagen geben, freute sich aber riesig über ihre Silbermedaille.

Nicht ganz für einen Platz auf dem Siegerpodest hat es für ihre Vereinskollegin Julia Blasig gereicht. Sie erreichte den guten fünften Platz. Laurenz Berner vom Karateverein Durach/Weidach verlor in seinem Pool mit 1:2 gegen den späteren Deutschen Meister und kam am Ende auf Rang sieben.

Den zweiten Titel für die BKJ holte Eileen Guddat aus Untermerzbach. Sie setzte sich im Kumite in der Klasse bis 47 Kilo souverän in allen ihren Kämpfen durch. In einem engen Duell behielt sie schließlich auch im Finale die Oberhand und freute sich über ihren Deutschen Meistertitel. In der gleichen Kategorie verpasste Stefanie Eckel (Hemhofen) nur knapp das Podest. Sie unterlag im Poolfinale gegen Eileen und musste sich dann auch im Kampf um Platz drei knapp geschlagen geben. Der fünfte Platz ist für sie aber trotzdem ein toller Erfolg.

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Nachdem sie am Samstag bereits im Kumite-Team überzeugte, kämpfte Ruth Malsch auch am Sonntag in der Klasse über 54 Kilo sehr stark. Nach einem Freilos ließ die 15-Jährige vom Karate-Dojo Kempten in den folgenden drei Kämpfen nichts anbrennen und zog souverän ins Finale ein. In einem engen Kampf gegen Ezgi Kaya aus Duisburg unterlag Ruth knapp mit 1:2, erzielte mit dem zweiten Platz aber ihr bisher bestes Ergebnis auf einer DM. Kerstin Eckstein aus Untermerzbach zeigte sich in der gleichen Klasse ebenfalls gut in Form und wurde Fünfte.

Mit Pascal Schalch stand ein weiterer BKJler im Finale. Der Traunreuter ging in der Klasse bis 63 Kilo in allen seinen Pool-Kämpfen als Sieger hervor und traf im Finale auf den Nationalkaderathlet Felix Behrent. Erst wenige Sekunden vor Schluss kassierte Pascal einen Gegenpunkt, den er nicht mehr aufholen konnte. Trotzdem war die Freude über die Silbermedaille groß.

Sein Vereinskollege Wladimir Terengin sorgte bei den Jugendlichen bis 70 Kilo für die letzte Medaille für die bayerischen Athleten. Wladimir verlor erst im Poolfinale gegen den späteren Titelgewinner. Über die Trostrunde sicherte er sich noch Platz drei und nahm überglücklich die Bronzemedaille in Empfang.

Bei den Jugendlichen bis 45 Kilo erkämpfte sich Daniel Beretta aus Hersbruck den siebten Rang.

Insgesamt waren die bayerischen Trainer um die Landestrainer Michael Schölz und Siggi Drexel mit den Leistungen ihrer Schützlinge sehr zufrieden. „Besser kann's ja fast nicht laufen“, freute sich Siggi angesichts der super Leistungen seiner Kemptener Mädels (1x Gold, 1x Silber, 1x Bronze). In manchen Kämpfen fehlte den BKJlern noch etwas das Glück. Mit den vielen Podestplätzen und den weiteren guten Platzierungen zeigten sie jedoch, dass sie an der deutschen Spitze mithalten können.

Schön zu beobachten war der Zusammenhalt der bayerischen Athleten. Alle gönnten sich gegenseitig die Erfolge, feuerten sich an oder trösteten den ein oder anderen auch mal.

Bericht:
Melanie Läufle

Bilder gibts HIER im Fotoalbum


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