20.03.2011 - Lisa Schmid vom Kemptener Karate Dojo wird auf der EM Siebte

Kempten – Eine spannende und anstrengende Zeit hat Lisa Schmid vom 1. Kemptener Karate Dojo im TVK 1856 hinter sich. Nach Wochen intensiver Vorbereitung startete sie Mitte Februar auf der Europameisterschaft im serbischen Novi Sad. Sie zeigte sich gut in Form und landete am Ende auf dem guten siebten Platz.

Mitte November hat Lisa erfahren, dass Bundestrainer Thomas Nitschmann sie für die EM nominiert. Die Vorbereitungsphase begann. Bis zu fünf Mal in der Woche habe sie in der Halle trainiert und zusätzlich noch Kraft- und Ausdauertraining gemacht, erzählt sie. Dazu kam an einigen Wochenenden noch das Bundeskadertraining in Duisburg.

„Eine Europameisterschaft ist schon etwas besonderes“, meint Lisa. Denn anders wie auf den vielen internationalen Turnieren, auf denen sie bereits war, „tritt bei einer EM aus jedem Land nur die Beste an“. Dass sie diejenige war, die aufgrund ihrer Leistungen bei diversen nationalen und internationalen Wettkämpfen von Bundestrainer Nitschmann nominiert worden war, „macht mich schon stolz“.

Am Tag ihres EM-Starts war Lisa eigenen Aussagen zufolge „schon angespannt“, sie habe sich aber auch auf das Turnier gefreut. Im Kumite der Juniorinnen bis 59 Kilo traf sie zum Auftakt auf eine Athletin aus Zypern. „Ich musste erst einmal reinkommen in den Kampf“, erzählt sie. „Ich hab dann ziemlich schnell einen Punkt gemacht und dann den Kampf kontrolliert“, beschreibt sie ihren 1:0-Sieg in der ersten Runde.

Das Erfolgsrezept im zweiten Kampf war eine gute Taktik. Lisas Gegnerin kam aus Serbien und war, wie die Allgäuerin erst später erfuhr, die amtierende Weltmeisterin der Jugendklasse. „Ich hab sehr defensiv gekämpft“, beschreibt Lisa. Die Serbin habe von Beginn an Druck gemacht und angegriffen. Lisa agierte allerdings klug, lies ihre Gegnerin ins Leere laufen oder setzte zum richtigen Zeitpunkt einen Gegenangriff. „Ich habe sie angreifen lassen und sie dann dreimal ausgekontert. Aufgrund meiner guten Taktik in dem Kampf hatte sie eigentlich keine Chance Punkte zu machen.“ Am Ende siegte Lisa mit 3:1.

Im Viertelfinale traf die TVK-Kämpferin auf eine Spanierin. „Wir haben beide abwartend gekämpft. Die Spanierin hat dann kurz vor Schluss einen Punkt gemacht, den ich leider nicht mehr aufholen konnte“, schildert Lisa. Da die Spanierin sich jedoch bis ins Finale vorkämpfen konnte, durfte die 16-Jährige in der Trostrunde noch einmal ran. Dort erkämpfte sie sich noch den siebten Rang.
Als Fazit zur EM sagt Lisa: „Ich bin gut ins Turnier gestartet und hab sogar die amtierende Weltmeisterin besiegt. Am Ende hat ein bisschen das Glück gefehlt. Mit dem siebten Platz bin ich aber zufrieden.“

Zufrieden waren auch Trainer Siggi Drexel und Abteilungsleiter Andreas Hartmann. „Die amtierende Weltmeisterin auf einer EM zu schlagen, ist eine super Leistung“, lobt Andreas. „Das Dojo Kempten ist stolz darauf, dass es ein Umfeld bieten kann, das solche Leistungen ermöglicht.“ Zu diesem Umfeld gehören nicht nur die Trainer, sondern auch die Eltern und alle Vereinsmitglieder, betont er. Siggi meint: „Es ist schon ein Erfolg, wenn man für eine EM nominiert wird. Da muss die Leistung über das ganze Jahr auf höchstem Niveau sein.“ Mit der Platzierung sei er zufrieden, da es auf dieser Ebene sehr knapp sei. „Dass Lisa in der Vorrunde gegen die Weltmeisterin gewonnen hat zeigt, dass sie zurecht nominiert wurde“, ergänzt er.

Für Lisa stehen im nächsten halben Jahr noch einige wichtige Turniere an. „Mit guten Platzierungen im nächsten halben Jahr, versuche ich mich für die Weltmeisterschaft im Herbst zu qualifizieren“, sagt sie. Auf dieses Ziel arbeitet auch Siggi mit ihr hin. „Wir werden noch ein paar Kleinigkeiten in der Taktik verbessern und weiterhin die Techniken gezielt trainieren.“ Für die nächste Zeit seien weitere internationale Meisterschaften geplant. „Ich hoffe, dass Lisa für die Weltmeisterschaft in Malaysia nominiert wird“, so Siggi.

Bericht: Melanie Läufle
Bild: Christian Grüner

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