16.11.2011 - Im Zeichen des Tigers - Training back to the roots

sterbaSeit einiger Zeit bieten einzelne Dojos in Bayern einmal im Monat traditionelles Shotokan-Karate unter dem Programm "im Zeichen des Tigers" an. Anfang November wurde nun auch der erste BKB-Lehrgang unter diesem Motto angeboten. Die Karate "Urgesteine" Klaus Sterba und Heiner Gomeier motivierten ca. 50 Karateka zu einem interessanten Lehrgang in Bad Abbach, ausgerichtet von Helmut Körber.

In der ersten Einheit vermittelte Heiner Gomeier die grundlegenden Elemente der Biomechanik anhand der Techniken Oi-Tsuki und Mae-Geri. Es war faszinierend zu erfahren, wie genau diese Basistechniken des Karate auf die bio-mechanischen Prinzipien zurückzuführen sind. Danach wurden die Katas Heian Shodan bis Godan geübt, wobei Heiner hier auf die Aspekte einging, die in diesen Katas jeweils betont werden. Eingestreut wurden dabei zahlreiche Beispiele und Annekdoten aus der Geschichte des Karate in Bayern.

Nach einer kurzen Pause übernahm Klaus Sterba die zweite Trainingseinheit. Wer geglaubt hatte, dass ein solcher helmut-koerberLehrgang eher theoretischer Natur ist, wurde hier schnell eines Besseren gelehrt. Schon zur Einstimmung gab es Jiyu-Kumite mit zahlreichen Partnerwechseln. Dann wurde sich wieder auf die Grundelemente des Shotokan-Karate besonnen: Technik, Körper, Geist: die richtige Technik, die richtige Distanz, die maximale Kraft, die absolute Aufmerksamkeit vor und nach der Technik – all das wurde zuerst im Kihon-Ippon Kumite und dann im Jiyu-Ippon Kumite trainiert. Dabei immer wieder Partnerwechsel, so daß am Ende fast jeder mit jedem trainieren konnte.

Nach dem aktiven Training gab es ein Mondo (Lehrgespräch): Themen waren hier der Unterschied zwischen Wettkampf-Karate und Traditionellem Karate – wobei hier Klaus Sterba auch anmerkte, das der Begriff „traditionelles Karate“ durchaus unterschiedlich zu interpretieren ist. Erneut war die Standardisierung der Kata ein Thema für Fragen; neben der eigentlichen Ausführung der Kata aber auch die des Bunkai. Klaus Sterba erläuterte hier die Unterschiede zwischen Äußerem Bunkai, Innerem Bunkai und Tödlichem Bunkai. Ein weiteres Themengebiet für rege Diskussionen waren die drei Säulen des Karate: schnell – langsam; hart – weich; Anspannung – Entspannung.

Diese Gespräche wurden noch länger beim gemütlichen Beisammensein in einer Gaststätte fortgeführt. Hier wurden auch Pläne für zukünftige Lehrgänge und Meisterschaften im Zeichen des Tigers geschmiedet. Der Shotokan-Karateka darf gespannt sein, was das Jahr 2011 alles bringen wird.

Bericht: Ingo Averdunk
Bilder: Archiv