04.11.2010 - Maria Weiß und Heinrich Leistenschneider bei der 20. WM in Belgrad

WMBelgrad

Bei der 20. Weltmeisterschaft der Leistungsklasse (vom 27. -31.10.10) in Belgrad waren erstmals seit vielen Jahren wieder mit Maria Weiß und Heinrich Leistenschneider gleich zwei BKB-Athleten am Start.

Maria wurde nach ihrem großen WM Mannschaftserfolg von Tokio 2008, dieses Mal auch im Einzel in der Klasse -68kg von BT Thomas Nitschmann nominiert. Bestens vorbereitet und hoch motiviert überzeugte sie beim Auftaktsieg gegen Russland mit 3:0 Punkten. Bereits in der zweiten Runde traf Maria auf die ehemalige Weltmeisterin 2006 und hielt dem Druck in einem spannenden Kampf bis über die reguläre Zeit stand. Nachdem es hier am Ende noch immer Unentschieden stand, wurde der Sieger durch Kampfrichterentscheid ermittelt, welcher leider zugunsten der Athletin aus Mexiko ausfiel. Die spätere Weltmeisterin ermöglichte Maria dann noch die Chance auf eine Trostrunde, welche gegen Spanien ausgetragen werden musste. Auch hier konnte sich Maria gut behaupten und ging nach einem Unentschieden in die Verlängerung über, in dieser ebenfalls keiner der beiden Athletinnen den entscheidenden Punkt für sich erringen konnte. Bei der anschließenden Kampfrichterentscheidung fiel die Wahl der Referees abermals gegen unsere Nationalkader-Athletin.

Nach anfänglicher tiefer Enttäuschung fing Maria sich sehr schnell und wird alles versuchen, um in zwei Jahren in Paris nochmals voll anzugreifen.

HeinrichFür Heinrich war sein erster offizieller WM Start schon ein großer Erfolg in seiner langen Wettkampflaufbahn. In der Mannschaft setzte BT Antonio Leuci auf den kampfstarken Bayern und wurde nicht enttäuscht. Im ersten Kampf gegen die Vereinigten Emirate ließ Heinrich seinen Gegner mit 3:1 keine Chance und trug so zum vorzeitigen Sieg des deutschen Teams bei.

Im zweiten Kampf gegen die starken Griechen ruhte die Hoffnung nach einem Sieg und einer Niederlage auf ihm. In einem furiosen Kampf führte er bis kurz vor Schluss mit 4:3, musste aber noch einen Ura Mawashi Geri hinnehmen und somit eine Niederlage kassieren. Nachdem auch der nachfolgende deutsche Kämpfer verlor, war Deutschland vorzeitig ausgeschieden. Leider konnten sich die Griechen gegen den späteren Bronzemedaille-Gewinner Ägypten nicht durchsetzen, so dass dem Team der Einzug in die Trostrunde verwehrt blieb.

Trotz dieser zum Teil sehr bitteren Niederlagen haben Maria und Heinrich in Belgrad nicht enttäuscht. Für die deutsche Mannschaft war Belgrad allerdings kein gutes Pflaster – für den DKV sprang keine einzige Medaille heraus. Hier liegt noch einiges an Arbeit von den Verantwortlichen, im Hinblick auf die Heim-WM 2014 in Bremen.



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Herrenteam

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Bayerische Kampfrichter in der Finalauswahl bei der Senioren- WM in Belgrad

Besser schnitten die Bayerischen Kampfrichter ab: nach 5 Jahren in der Weltkampfrichterkommission nahm BKB-Präsident Wolfgang Weigert erstmals wieder als ganz normaler WKF-Referee teil. Grund war seine Ernennung als Chairman der Behindertenkommission und den Regeln des Weltverbandes, dass eine Person nicht in zwei Kommissionen gleichzeitig tätig sein darf. Nachdem Wolfgang die Einführung der ersten WM für Behinderte 2012 in Paris vor dem Exekutivkomitee der WKF erreicht hatte, konnte er sich wieder ganz auf seine Leidenschaft der Kampfrichterei konzentrieren. Nach 3 Tagen Vorkämpfen wurde er aus einem Feld von über 250 Referees für die besten 30 in die Finals nominiert. Da der Kontinentalproporz hierbei auch noch berücksichtig werden musste, war Wolfgang einer von nur 10 Europäischen Referees, dem diese Auszeichnung zu Teil wurde. Damit nicht genug durfte er auch eines der 14 Goldmedaillenfinals als Hauptkampfrichter (Referee) leiten und wurde noch 3 weitere Male als Seitenkampfrichter (Judge) eingesetzt.

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Ebenso der Kemptner Roland Lowinger machte dem BKB alle Ehre. Seit über einem Jahrzehnt ist er in seiner Funktion des Mattenchefs für den Einsatz der Kampfrichter auf der Fläche verantwortlich. Als einer von nur 2 Mattenchefs leitete er auch den Einsatz der Finals für die Referees.


Überblick und Organisation zur WM 2010

Mit Belgrad präsentierte sich die WKF in bisher noch nie dagewesener Weise. Skeptiker kritisierten schon im Vorfeld die Verlängerung der WM von 4 auf 5 Tage, wovon 2 Tagen mit Finalbegegnungen belegt sind. Aber gerade dadurch konnte sich das Weltkarate erstmals in professioneller Weise medial präsentieren. In über 80 Ländern wurden und werden die Finals im Fernsehen zu sehen sein.

Ein Podest mit fest installierten Kameras, Licht- und Musikspots, ein Moderator der auch einen WM-Boxkampf hätte moderieren können, sorgten für eine bisher im Karate noch nie dagewesene Atmosphäre. Auch die beiden Bronzemedaillen-Kämpfe wurden je als kleines Finale in dieser Art und Weise ausgetragen. Insgesamt 42 Finale ließen an diesen zwei Tagen keine Langeweile unter den Zuschauern aufkommen. Auch die Athleten trugen ihren Teil dazu bei, vor allem weil es keine favorisierten Länder mehr gab und mit 27 Nationen so viele Länder wie noch nie Medaillen erringen konnten. So dürfen wir uns bereits jetzt auf die Heim-WM 2014 in Bremen freuen, hoffentlich dort auch mit bayerischer Beteiligung und großen Erfolg der deutschen Mannschaft.

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