19.05.2010 - Bass, Beats und Bassai-Dai

20100508_3538Schläge im Disco-Takt: Lautstarkes Karate für Anfänger und Fortgeschrittene war angesagt, als ein gut gelaunter Udo Boppré die Halle des TSV Haunstetten in Augsburg mit seinen Kata-Beats zum Vibrieren brachte. Insbesondere den zahlreich vertretenen Anfängern fiel es nicht schwer, mit dem treibenden Rhythmus für Katas wie Heian Shodan und Heian Nidan Schritt zu halten.

Der Shotokan Karate Dojo des TSV sowie Zanshin Augsburg hatten Udo eingeladen. Der mehrfache Karate-Meister aus Mannheim (5. Dan) hat die sportlichen Ohrwürmer speziell für alle Heian-Katas auf einer DVD produziert. Rhythmische Schwerpunkte (Kime) aber auch langsame Bewegungen einer traditionellen Shotokan-Kata können so musikalisch passend untermalt werden.

Udo hatte nicht nur fetzigen Sound dabei, sondern auch ein anspruchsvolles Oberstufen-Programm im Gepäck. Bunkai aus den Schwarzgurt-Katas Kankudai und Bassai-Dai. Vor allem die Kankudai eignet sich hervorragend für die Selbstverteidigung aus sehr naher Distanz, enthält sie doch unter anderem viele Shuto-Ukes und Shuto-Uchis. Mit der "Schwerthand" lassen sich Schläge abwehren und Konter zum Nacken bzw. Hals des Gegners setzen.

Musik lief während des Bunkais zwar nicht, doch Udo zeigte, wie man taktvoll mit dem Trainingspartner und wenig taktvoll mit einem potenziellen Angreifer auf der Straße umgeht. Eine der Übungen: Es wurde Schubsen bzw. eine Ohrfeige durch einen Angreifer simuliert, was mit doppelter Abwehr per Uchi Uke zu parieren war. Zog sich der Gegner daraufhin immer noch nicht zurück und machte Anstalten für eine erneute Attacke, war mit Kizame Zuki zu kontern. Ähnlich dynamisch verlief das Bunkai zur Bassai-Dai. Die kraftvolle Kata - übersetzt mit "Erstürme die Festung" - bietet viele defensive Block- und Hebeltechniken an.

"Nicht so zaghaft!", ermahnte Udo auch die erfahrenen Dan-Träger, als diese zu statisch reagierten. Vielleicht hatten ihnen ja die vorangegangenen schweißtreibenden Soundkarate-Sessions zugesetzt. Am Ende wirkten alle zufrieden: "Es war klasse, aber jetzt bin ich echt fertig", sagte ein Teilnehmer. Jeder hatte wohl wieder ein Stück mehr gelernt, wie wichtig es ist, sich niemals vom potenziellen Gegner aus dem eigenen Rhythmus bringen zu lassen.


Link zum Video von Kata-Beats: http://www.youtube.com/watch?v=DF7hk5G21cg

Text: Christian Minaty
Weitere Fotos: A. Grimme, Elmar Meißner, Christian Minaty


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