18.05.2010 - Basisseminar Kyusho Jitsu mit Gebhard Lämmle

Nach etwa zwei Jahren war es am 8. Mai endlich wieder soweit. 42 Danträger und -anwärter der Kampfkünste Aikido, Budo Taijutsu, Ju Justu, Kung Fu, Taekwon Do und Karate Do fanden sich im Dojo des Kenshokan Nürnberg zu einem neuen Basisseminar Kyusho Jitsu mit Gebhard Lämmle ein.

Gebhard referierte zunächst über die theoretischen Grundlagen des Kyusho Jitsu, indem er auf die Hintergründe der Traditionellen Chinesischen Medizin wie dem Verlauf der Meridiane, Yin & Yang und die Lehre der 5 Elemente hinwies. Ihm war es wichtig klarzustellen, dass Kyusho Jitsu mehr ist, als nur ein wahlloses Schlagen auf Vitalpunkte und dass es auf das Zusammenspiel der Vitalpunkte ankommt.

„Dieses Wissen ist in den traditionellen Formen überliefert. Sie zeigen, wie der Gegner mit einer bzw. wenigen Bewegungen kontrolliert werden kann. Somit stellt die Kata die höchste Ebene der Kampfkünste dar und ist deswegen zunächst so wie sie ist zu analysieren, umzusetzen und nicht zu verändern“ und „Die Kata zeigt auch die Verteidigung gegen Angriffe wie Schubsen und Stoßen, Greif- und Würgetechniken“ waren nur zwei seiner Aussagen. Dies veranschaulichte er deutlich anhand von Beispielen einschlägig bekannter Kata-Sequenzen. Für die Sportler der anderen Kampfkünste hatte Gebhard viele Hinweise parat, mit denen sie die eigene Kampfkunst unterstützten und verbessern konnten.

Selbstverständlich gab es genug Zeit um das Gezeigte auch am Partner auszuprobieren und sich von der Wirkung der Techniken am eigenen Leib selbst zu überzeugen.

Gegen Ende des Seminars zeigte Gebhard den Teilnehmern einfache aber verblüffende Beispiele aus dem Kiai Jitsu. Hierbei geht es darum, die eigene Vitalenergie gegen den Gegner einzusetzen bzw. dessen Vitalenergie zu „stehlen“, um sie wiederum gegen diesen einzusetzen. Das Kiai Jitsu ist für viele Europäer zunächst nicht erfassbar, da es weit außerhalb ihres bisherigen Erfahrungsschatzes liegt. Erst nach längerem Praktizieren des Kyusho Jitsu eröffne sich einem Kämpfer der Wert dieser Kunst in ihrem vollen Umfang. Dies überzeugte alle, dass uns die Kata mehr gibt als nur einen Bewegungsablauf.

Nach drei Trainingseinheiten neigte sich das Seminar dem Ende entgegen und machte Appetit auf mehr und eine baldige Fortsetzung wird sicher folgen. Wir freuen uns darauf!

Kenshokan Nürnberg
Bilder: Herbert Weissmüller

 

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