24.07.2009 - Walter Sosniok feiert 40 Jahre Karate

walter2Walter Sosniok ist ursprünglich kein gebürtiger Bayer, allerdings hat er für den Karatesport in Bayern sehr viel bewegt. Seinen ersten Kontakt mit Karate hatte er in Ingolstadt beim 1. Pionier-Bataillon als Zeitsoldat. Dort sah er einen Offiziersanwärter, der seltsame Bewegungen ausführte, die für Walter gänzlich unbekannt waren. Im Gespräch erzählte man ihm, dass dies eine Kata aus dem Karate gewesen ist. Fasziniert vom Gesamteindruck dieser fernöstlichen Kampfsportart belegte Walter später in Coburg 1969 einen Anfängerkurs. Er war so motiviert, das er neben dem Training in seinem Heimatverein noch nach Fürth und Nürnberg fuhr, um bei den damaligen Lehrern Heubeck und Wijngaarden, seine Wissenslücken zu füllen.

Sehr beeindruckt war Walter von den Japanern Kanazawa oder auch Hideo Ochi. Bei letzteren belegte er erfolgreich viele seiner späteren DAN Prüfungen. Aber auch der deutsche Karatepionier Horst Handel hat ihn immer wieder motiviert, bis zur letzten Sekunde das harte Training durchzuhalten. „Ein Wahnsinnskarateka, den ich bewunderte. Leider ging er viel zu früh von uns!" Walter Sosniok strebt immer nach Herausforderungen, so dass er neben seinem „normalen" Training im Jahr 1978 bei den ersten offenen Meisterschaften der vereinigten Karateverbände in Bayern (damals BKDV) den ersten Platz in Kata für Nürnberg erkämpfte. Seit 1978 ist der Coburger als Landeskampfrichter tätig und belegte 1986 erfolgreich die Prüfung zum Bundeskampfrichter. Großer Dank geht hier an Klaus Sterba und Roland Lowinger, welche ihm später die Prüfung zum internationalen Kampfrichter ermöglichten, die er 1996 in Paris bestanden hatte.

walter5„Das Kampfrichterwesen auf so hohen Niveau ist äußerst lehrreich, da man voll konzentriert einen Katavortrag oder Kampf verfolgen muss. Dies macht es spannend, auch noch nach 40 Jahren Karate zu betreiben und seit 1978 als Kampfrichter zur Verfügung zu stehen!" Seit dieser früheren Zeit schlägt sein Herz für alles was den Wettkampfbereich angeht. Nachdem er in allem was er tut, die bestmögliche Perfektion erreichen möchte, organisierte Walter viele große Events des deutschen und internationalen Karate. 1994 wurde er Wettkampfleiter im BKB und formierte die Abwicklung dieser Meisterschaften zu einem kleinen Erlebnis für Zuschauer und Sportler: „Ein Finale mit entsprechender Moderation und musikalischer Untermalung puscht jedem Finalteilnehmer nochmals zu einer Leistungssteigerung. Aber auch die, die viele Stunden mit ihren Schülern trainieren, um diesen den Erfolg zu ermöglichen werden bei der Vorstellung der Finalisten genannt und erfahren so eine entsprechende Würdigung," so Walter. Seit 1997 ist er in der Wettkampfleitung des Deutschen Karate Verbandes, so dass seither auch sein Konzept übernommen wurde und sich großer Beliebtheit erfreut.

Sein größtes Highlight war allerdings die Mit-Organisation der Weltmeisterschaft 2000 in München, bei der er für alles rund um die Olympiahalle wie Ablauf, Wettkampf, Eröffnung, Shows, Moderation und Siegerehrung der Meisterschaft zuständig war. Die anwesenden 84 Nationen und den über 30.000 Zuschauern an 4 Tagen waren von dem Dargebotenen begeistert. Auch heute nach fast 10 Jahren ist die Senioren WM in München international sehr anerkannt und fest im Gedächtnis der Leute geblieben. Daneben war er unter anderem als Wettkampfleiter für die Bavarian Open 1995-2002, den KOI World Cup in Dresden und Erding, dem Länderkampf Deutschland-Japan in Dresden oder der EM der Regionen 2005 in Leipzig zuständig. „Es gilt für mich immer als Moderator oder als Wettkampfleitung die höchste Maxime, unser Karate als interessanten und außergewöhnlichen, rasanten Wettkampfsport zu präsentieren und nicht als einen Sport der Abfertigungscharakter aufweist", so Walter.

Neben seiner jahrzehnterlanger Trainertätigkeit, in der er auch viele erfolgreiche Athleten formte, war er im Bezirk Oberfranken von 1989-2005 Bezirksvorsitzender. Im Jahr 2004 stellte er sich erfolgreich bei Karamitsos, Wolf, Milner, Mohr und Sterba zur Prüfung zum 5. DAN. Auch nach 40 Jahren ist Walter mit Training und dem Organisieren keineswegs müde: „Faszinierend am Karate ist, dass man trotz einer relativ hohen DAN-Graduierung immer noch dazu lernen kann. Meine Verehrung gilt BT Efthimios Karamitsos, der dem Karate immer wieder neue Impulse gibt und der bereits eine Vielzahl von Lehrgängen in Coburg abgehalten hat."


Bericht und Bilder:
Melanie Müller